Wie blicken junge Menschen auf Politik, Gesellschaft und ihre eigene Zukunft? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Veranstaltung „Jugend fragt nach“ im Jugendkulturzentrum Lahnstein (JUKZ). Unter dem Titel „Politik, Soziales und Gesellschaft – gibt es noch Zukunftsoptimismus für junge Menschen?“ kamen mehr als 70 Gäste mit sechs jungen Politikerinnen und Politikern aus Koblenz, der Verbandsgemeinde Loreley und dem Rhein-Lahn-Kreis ins Gespräch.
Organisiert wurde die Veranstaltung von den Freiwilligendienstleistenden des JUKZ, Zoé Gallinger, Harriet Tegtmeier und Alina Fiebig. Im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres beziehungsweise Bundesfreiwilligendienstes entwickelten sie die Idee, planten die Veranstaltung und setzten sie gemeinsam mit dem JUKZ-Team um. In mehreren Vorbereitungstreffen wurden Zielsetzung, Ablauf und Fragestellungen erarbeitet. Dabei lag die Verantwortung bewusst bei den jungen Organisatorinnen, die ihre Veranstaltung nach ihren Vorstellungen gestalten konnten.
Zu den Gästen des Abends gehörte auch Oberbürgermeister Lennart Siefert, der alle mit einem kurzen Grußwort willkommen hieß. Dabei lobte er insbesondere das Engagement der drei Organisatorinnen und betonte die Bedeutung solcher Beteiligungsformate für die demokratische Kultur. „Ich finde es besonders stark, dass wir heute eine Veranstaltung mit vielen jungen Menschen haben. Das verändert die Perspektive sofort und zeigt: Man muss nicht erst irgendwann später anfangen, sich einzumischen. Man kann jetzt anfangen. Und auch jetzt ernst genommen werden.“, so Siefert.

Durch den Abend führte eine souveräne Moderation, die für einen respektvollen und konstruktiven Austausch sorgte. Statt einer klassischen Podiumsdiskussion entschieden sich die Veranstalterinnen bewusst für eine sogenannte Fishbowl-Methode, auch Innen- und Außenkreis-Methode genannt. Ziel dieses Formats ist es, möglichst viele Menschen aktiv einzubeziehen und unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen. Gleichzeitig sollte verhindert werden, dass eine „Wir und Die“-Atmosphäre zwischen Publikum und Politik entsteht. Die Teilnehmer konnten sich jederzeit in die Diskussion einbringen und direkt mit den Politikerinnen und Politikern ins Gespräch kommen.
Nach einer kurzen Pause wurde das Format durch eine offene Fragerunde ergänzt, bei der das Publikum weitere Themen ansprechen konnte. Dabei standen unter anderem Fragen zur gesellschaftlichen Entwicklung, Bildung, sozialer Gerechtigkeit, Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen und kommunalpolitischen Herausforderungen im Mittelpunkt.
Unter den Gästen befanden sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler, Abiturientinnen und Abiturienten, Studentinnen und Studenten sowie weitere politisch interessierte Bürgerinnen und Bürger. Auch Vertreterinnen und Vertreter der Schülervertretungen des Rhein-Lahn-Kreises waren anwesend. Die Veranstaltung bot nicht nur Raum für Diskussionen, sondern auch für die Vernetzung engagierter junger Menschen. Bereits während des Abends entstanden neue Kontakte und Ideen für zukünftige politische Beteiligungsformate.
Die Rückmeldungen der Teilnehmer werden derzeit ausgewertet. Gemeinsam mit den Ergebnissen einer begleitenden Umfrage sollen sie in die Planung weiterer politischer Veranstaltungen im JUKZ einfließen. Schon jetzt zeichnet sich jedoch ein deutliches Fazit ab: Junge Menschen interessieren sich für gesellschaftliche und politische Themen, wenn ihre Lebensrealität berücksichtigt wird und sie die Möglichkeit erhalten, sich aktiv einzubringen.

