
In der letzten Folge „Erkennen Sie Lahnstein?“ wurde nach dem neugotischen Backsteinbau gefragt, der sich in der Pfarrer-Menges-Straße befindet. Zur Amtszeit von Pfarrer Jakob Menges (1933-1950) diente das 1892 errichtete Gebäude als katholisches Pfarrhaus der Pfarrei St. Barbara.
Neben diesem stand auf dem Kirchplatz seit 1358 eine der heiligen Barbara geweihte Kapelle. Sie wurde 1712 im Stil des Barocks erneuert, 1889 im neugotischen Stil umgestaltet, 1938 abgebrochen und in der Johann-Baptist-Ludwig-Straße neu errichtet. Das katholische Pfarrhaus wurde in den 1950er Jahren an einen Privatmann verkauft, der es kurze Zeit später an die Evangelische Kirchengemeinde veräußerte.

Damals war die Anzahl der Protestanten in Ober- und Niederlahnstein auf über 5.000 angewachsen. Die Leitung der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau hatte die Verselbständigung mit Wirkung zum 1. April 1956 verfügt. Bereits im Januar desselben Jahres sandte sie den jungen Pfarrer Hans Strack zum Dienst nach Niederlahnstein. Sie ließ die Räumlichkeiten des ehemaligen katholischen Pfarrhauses für ein evangelisches Gemeindehaus mit Kirchsaal, Gemeinderäumen und Kindergarten umbauen. Hier, wo sich heute die ev. Kindertagesstätte Villa Kunterbunt befindet, fanden ab Ostern 1956 die Gottesdienste statt. Pfarrer Fey, der evangelische Pfarrer von Oberlahnstein (1949-1970), verkündete damals: „Möchte der Übergang vom ehemaligen katholischen Pfarrgrundstück zum Evangelischen Gemeindehaus Niederlahnstein ein gutes Omen für den Dienst beider christlichen Kirchen sein.“ Bereits sechs Jahre später erhielt die Evangelische Gemeinde Niederlahnstein mit der am Allerheiligenberg erbauten Christuskirche ihren eigenen Kirchenbau.
Der neugotische Backsteinbau mit Fenstergewänden und Säulen aus rotem Natursandstein steht heute unter Denkmalschutz. Das Dachtürmchen hat sich nicht erhalten. An der Südseite ist eine Fluchttreppe angebaut worden. Dank für die aktuelle Vergleichsaufnahme von heute geht an Karl Lieg.
In dieser Folge wird eine Straßenzeile in Oberlahnstein gesucht. Wer den Ort erkennt, sendet gerne ein aktuelles Foto an archiv@lahnstein.de oder per Post an das Stadtarchiv Lahnstein, Kirchstraße 1, 56112 Lahnstein. Eine Vergleichsaufnahme mit der Auflösung wird in etwa einem Monat veröffentlicht.

