Blick auf das Rathaus in Oberlahnstein 

Der „Zauberbruder“ von Lahnstein

„Die Freude, anderen Freude zu schenken, als Ausdruck christlicher Lebensäußerung.“ In diesem Gedanken sah Bruder Zephyrinus Herzog von den Arnsteiner Patres den Sinn seines Wirkens. Als „Zauberkünstler und Conférencier mit der besonderen Note“ verstand er es, Menschen zu begeistern und zu verzaubern. Unter dem Künstlernamen „Severino“ trat er auf, doch ebenso nannte er gern seinen bürgerlichen Namen Paul Herzog, weshalb er vielen als „Bruder Herzog“ bekannt war.

Geboren wurde er am 24. Juni 1917 in Winden bei Düren. Früh verlor er seine Eltern und fand bereits 1931 im niederländischen Simpelveld den Weg ins Kloster. 1937 legte er seine Gelübde ab und wurde Ordensmann. Zunächst arbeitete er als Schriftsetzer in der klostereigenen Druckerei. In den Jahren von 1949 bis 1960 widmete er sich mit großem Engagement der Verbreitung der Missionszeitschrift seines Ordens. Seit 1961 gehörte er der Kommunität des Johannisklosters in Lahnstein an.

Neben seinen klösterlichen Aufgaben galt seine große Leidenschaft der Zauberkunst. Schon 1932 trat er erstmals bei einer größeren Veranstaltung als „Severino“ auf. 1940 wurde er in den holländischen Magier-Club aufgenommen, 1953 ehrte ihn der Magische Zirkel von Deutschland mit der Ehrenmitgliedschaft. Über viele Jahre hinweg reiste der „Zauberbruder“ durch zahlreiche Länder und begeisterte mit unzähligen Vorstellungen sein Publikum. Seine Autogrammkarte nennt Stationen wie Frankreich, Dänemark, die Benelux-Staaten sowie die USA, Persien, Indien, Thailand, Hongkong, Japan, Hawaii, Nigeria und Ghana. Auch gemeinsam mit bekannten Künstlern aus Funk und Fernsehen, darunter Peter Rubin, Cindy und Bert sowie Margit Sponheimer, stand er auf der Bühne.

Bis ins hohe Alter blieb er gefragt und wurde gerne engagiert. Häufig bezog er Kinder und Tiere in seine Vorstellungen ein und schuf so eine ganz besondere Nähe zu seinem Publikum. Seine letzte Aufführung gab er in der Gehörlosenschule in Neuwied. Der gesamte Reinerlös kam jungen Menschen zugute, die in seinem Orden auf das Priestertum vorbereitet wurden.

Vor 50 Jahren, am 4. Juli 1976 verstarb Bruder Zephyrinus Herzog nach kurzer, schwerer Krankheit im Horchheimer Krankenhaus. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Klosterfriedhof am Johanniskloster.