In einer festlichen Stunde in der Aula der neuen Schillerschule übergab der Architekt J. A. Klein am 20. Mai 1961 die Schlüssel an Bürgermeister Retzmann, der sie an Rektor Schneider weiterreichte. „Voll Freude ist unser Herz erfüllt“, begann der Rektor seine Rede vor Kultusminister Dr. Orth, Vertretern der Bezirksregierung, der Kreisverwaltung, des Stadtrates und des Schulausschusses sowie den beiden Pfarrern. Nach den Reden folgten die Einsegnung durch den katholischen Pfarrer Fröhlich und ein Weihegebet des evangelischen Pfarrers Strack. Das Blasorchester des Johannesgymnasiums sowie die Schülerinnen und Schüler der Volksschule umrahmten die Feier mit Gedichten und Liedern. Zwei Jahre zuvor, im Schiller-Gedenkjahr 1959 anlässlich des 200. Geburtstags Friedrich Schillers, war der Grundstein für den Schulhausneubau gelegt worden.

Dieser war notwendig geworden, weil die beiden vorhandenen Schulgebäude in der Johannesstraße neben dem Rathaus und in der Bergstraße insgesamt zu klein waren. 22 Klassen mit 791 Schülerinnen und Schülern der Stufen 1 bis 8 standen im Schuljahr 1960/61 lediglich 15 Räume zur Verfügung. Schichtunterricht war daher notwendig. Zudem genügten die sechs Klassenräume in der alten Schule in der Johannesstraße schon lange nicht mehr den schulischen Anforderungen. Auch hatte das Gebäude infolge der vielen Hochwasser stark gelitten. Der 1888/90 in der Bergstraße errichtete Schulbau sollte weiterhin seinem schulischen Verwendungszweck dienen, verfügte jedoch nur über acht Klassenräume. Die Planung eines neuen Schulgebäudes auf dem Marktplatz in den Jahren 1929/30 scheiterte zunächst an den Finanzierungssorgen infolge der Weltwirtschaftskrise, später an der Not der Kriegs- und Nachkriegszeit.
In den Ausschussvorberatungen und verschiedenen Sitzungen des Stadtrats Niederlahnstein im September 1957 und Oktober 1958 wurde über den Bau einer zwölfklassigen Volksschule beraten und schließlich einstimmig beschlossen, das Volksschulgebäude an seinem heutigen Standort zu errichten. Bei einem ausgeschriebenen Wettbewerb gingen 46 Entwürfe ein. Den ersten Preis erhielt der Entwurf des Koblenzer Architekten J. A. Klein, dem daraufhin die weitere Entwurfsplanung und die örtliche Bauleitung übertragen wurden. Im August 1959 wurden die ersten Arbeiten ausgeschrieben, am 30. Mai 1960 konnte Richtfest gefeiert werden. Schließlich fand am 20. Mai 1961 die Einweihung statt.
Die weitere Geschichte in Kürze: Rektor Adolf Herchen übernahm am 1. April 1964 die Schulleitung, nachdem Rektor Max Schneider in den Ruhestand getreten war. Im selben Monat konnte die Turnhalle als Mehrzweckhalle (Rhein-Lahn-Halle) eingeweiht werden. 1966 wurde die allgemeine Schulzeit auf neun Jahre verlängert und der Beginn des Schuljahres von Ostern in den Herbst verlegt.
Zum 1. August 1967 wurde die Schillerschule zur sogenannten „Mittelpunktschule“. Damit wurden auch Schülerinnen und Schüler aus Fachbach und Nievern ab Klasse 5 aufgenommen, was bis 1982 der Fall war. Mit der Auflösung der Volksschulen in Rheinland-Pfalz zum 1. August 1968 wurde die Schillerschule zu einer organisatorisch verbundenen Grund- und Hauptschule. Im gleichen Jahr starb Rektor Herchen. Werner Valler wurde am 25. Februar 1969 von der Bezirksregierung Koblenz zu seinem Nachfolger ernannt.
Im Schuljahr 1970/71 erreichte die Schillerschule mit 854 Schülerinnen und Schülern in 25 Klassen ihre höchste Schülerzahl. Raumnot und Lehrermangel prägten diese Zeit.

1992 wurde der Schulhof der Schillerschule mit einem großen Zeltdach und einem künstlichen Bach neugestaltet. Im gleichen Jahr wurde Werner Valler in den Ruhestand verabschiedet und im folgenden Mai Hans Rothenbücher als neuer Rektor eingeführt.
Ab dem Schuljahr 2002/03 wurde ein freiwilliges 10. Schuljahr angeboten, das den Schülerinnen und Schülern den Erwerb der Mittleren Reife ermöglichen sollte. Die Schule in der Bergstraße wurde noch bis zum Sommer 2008 als solche weitergenutzt. Entbehrlich wurde sie durch die Entscheidung der ADD, die Schillerschule zu einer reinen Grundschule zu machen. So verließ mit dem Ende des Schuljahres 2009/10 die letzte Hauptschulklasse die Schillerschule.
Seit 2008 ist die Schillerschule eine Schwerpunktschule. Das bedeutet, dass dort Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam von Grundschullehrkräften, einer Förderschullehrkraft und pädagogischen Fachkräften unterrichtet werden. Zudem ist die Schillerschule seit 2010 Ganztagsschule in Angebotsform.
Von 2005 bis 2010 war Günter Schmitt Schulleiter. Seit dem Schuljahr 2010/11 ist Heike Koulen Rektorin, Konrektor ist Jens Weyerhäuser. Zum Schulteam gehören 28 Lehrkräfte, drei pädagogische Fachkräfte und eine Förderlehrkraft, eine Schulsozialarbeiterin, eine Sekretärin und ein Hausmeister. Derzeit werden 313 Kinder in 16 Klassen unterrichtet.

