Geschichte dort erleben, wo sie sich tatsächlich abgespielt hat: Der Tag des offenen Denkmals bot auch in diesem Jahr wieder Gelegenheit, besondere historische Orte in Lahnstein zu entdecken. Sechs Denkmäler öffneten ihre Türen und lockten zahlreiche Interessierte an. Einige von ihnen ermöglichten dabei Einblicke, die sonst nicht oder nur selten möglich sind.
Eine Besonderheit waren die Gruftkapellen auf dem Friedhof an der Allerheiligenbergstraße. Sie konnten erstmals besichtigt werden, nachdem Josef Maldener und Roman Wambach die denkmalgeschützten Bauwerke in ehrenamtlicher Arbeit wieder in einen würdigen Zustand versetzt hatten. Die neugotischen Kapellen wurden um 1890 von Daniel Douqué und seinem Cousin Wilhelm Douqué errichtet. Später fanden dort unter anderem der Heimatdichter Tony Müller und seine Frau sowie Pfarrer Johann Baptist Ludwig ihre letzte Ruhestätte.

Auch im Inneren gibt es Bemerkenswertes zu entdecken: Dort befindet sich ein vom Bildhauer Caspar Weis geschnitzter Altar. Eine weitere Verbindung zu dem Künstler findet sich unmittelbar an der Kapelle. Sein eigener Grabstein steht außen auf der rechten Seite, gestaltet hatte Weis ihn noch zu Lebzeiten selbst.
Seltene Einblicke gab es auch im Martinsschloss. Michael Eisenbarth führte die Besucherinnen und Besucher durch Bereiche der historischen Anlage. Erstmals seit vielen Jahren waren dabei wieder die beiden Fachwerkstuben aus den Jahren 1450 und 1503 zugänglich. Das Interesse war entsprechend groß. Zahlreiche Nachfragen und Gespräche sorgten dafür, dass die ausführlichen Führungen durch die Gesamtanlage jeweils gut zwei Stunden dauerten.
Eine kleine Zeitreise in den Schulalltag vergangener Generationen erwartete die Gäste im Stadtmauerhäuschen. Der Förderkreis Stadtmauerhäuschen hatte sich unter dem Motto „Erster Schultag anno dazumal“ dem Schulbeginn früherer Zeiten gewidmet. Schultüten, Fibeln, Griffel und weiteres historisches Lehrmaterial sowie eine Stellwand mit alten Bildern weckten bei vielen Besucherinnen und Besuchern Erinnerungen und Neugier. Auch der Aufstieg bis hinauf auf den Speicher war wieder möglich.
Darüber hinaus öffneten die Johanniskirche und der Wasserturm am ehemaligen Güterbahnhof ihre Türen. Auch dort nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit, die historischen Bauwerke näher kennenzulernen.

