Rätselhafte Erinnerungen, vertraute Figuren und ein Meisterdetektiv, der dieses Mal vor allem seinem eigenen Verstand auf die Spur kommen muss: Mit „Sherlock Holmes und die Frau“ hat die Junge Bühne Lahnstein eine gelungene Premiere im Theater Lahnstein gefeiert. Zugleich markierte der Abend den Auftakt einer neuen Zusammenarbeit, denn erstmals kooperieren das Theater Lahnstein und die Junge Bühne bei einer Produktion.
„Wir sind sehr stolz darauf, mit der Jungen Bühne Lahnstein erstmals gemeinsam eine Produktion auf die Bühne zu bringen. Die Zusammenarbeit ist von Anfang an unkompliziert, kreativ und von großer gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Es ist schön zu sehen, wie gut beide Seiten zusammenfinden“, sagt Joerg Altenrath, künstlerischer Leiter des Theaters Lahnstein.

Für die Junge Bühne ist es eine Rückkehr zu einem alten Bekannten, denn bereits vor zwei Jahren brachte das Ensemble Sherlock Holmes mit großem Erfolg auf die Bühne. Nun folgt die Fortsetzung – allerdings findet sich der berühmte Detektiv zu Beginn in einer äußerst ungewöhnlichen Lage wieder. Holmes erwacht auf der Liege einer Nervenklinik nahe der österreichisch-ungarischen Grenze. Wie er dort hingekommen ist und was zuvor geschehen ist, weiß selbst der sonst so scharfsinnige Ermittler nicht mehr.
Auf der Suche nach Antworten begegnen ihm ein verzweifelter Herzog, sein treuer Freund Dr. Watson und dessen frisch angetraute Mary, ein zwielichtiger Psychiater und Irene Adler. Gemeinsam führen sie Holmes immer tiefer hinein in seinen eigenen Gedächtnispalast. Was ist tatsächlich geschehen, was Erinnerung und was womöglich nur Einbildung?
Die Bühnenfassung von Thor Truppel, frei nach Arthur Conan Doyle, verbindet den klassischen Stoff rund um den berühmten Meisterdetektiv mit einem experimentellen Theateransatz. Zwischen Realität, Erinnerung und Wahn entsteht ein atmosphärisches Schauspiel, das mit Spannung und überraschenden Wendungen spielt. Damit richtet sich die Inszenierung nicht nur an eingefleischte Sherlock-Holmes-Fans, sondern auch an alle, die den Meisterdetektiv erst kennenlernen.
Regie führt Corinna Schmitz, die zugleich selbst auf der Bühne steht. Für sie ist die Premiere im Theater Lahnstein auch persönlich ein besonderer Moment: „Wir sind sehr dankbar für die Möglichkeit, mit der Jungen Bühne hier auftreten zu können. Wir haben uns hier von Anfang an sehr willkommen gefühlt und freuen uns sehr über diese Kooperation.“
Gemeinsam mit dem Ensemble der Jungen Bühne brachte sie die besondere Mischung aus Kriminalgeschichte, psychologischem Verwirrspiel und Theaterexperiment bei der Premiere überzeugend auf die Bühne. Der gelungene Auftakt zeigt zugleich, welches Potenzial in der neuen Zusammenarbeit zwischen Theater Lahnstein und Junger Bühne steckt.
Wer „Sherlock Holmes und die Frau“ noch erleben möchte, hat dazu am 17. und 18. September jeweils um 19.30 Uhr im Theater Lahnstein Gelegenheit. Tickets und weitere Informationen gibt es unter www.theaterlahnstein.de.

