Blick auf das Rathaus in Oberlahnstein 

Stadtarchiv beteiligte sich mit historischer Ausstellung am Jubiläum „65 Jahre Schillerschule“

Blick auf eine historische Schulausstellung mit mehreren alten Holzbänken, einem Lehrerpult und einer großen grünen Schultafel. Auf den Bänken und dem Pult liegen verschiedene Schulbücher und Schriftstücke. Rechts steht eine historische Schautafel mit unterschiedlichen Schreibschriften und Buchstaben. An der grünen Tafel sind mit Kreide Schriftzüge und einzelne Buchstaben zu sehen.
Ein Blick in vergangene Zeiten

Zum 65-jährigen Bestehen feierten Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler der Schillerschule ein großes Fest. Auch das Stadtarchiv Lahnstein, das kraft Gesetzes die Akten der Schule übernimmt, beteiligte sich mit einer kleinen Ausstellung zum Thema „Schule früher“.

Zu sehen waren ein Lehrerpult mit Tafel, Schulbänke, Schulbücher und Schreibutensilien aus vergangenen Zeiten. So hatten die Schulbänke noch Tintenfässer, während die Rückenlehne der Zweisitzer bereits zur jeweils nächsten Bank gehörte. Auch wenn diese Schulmöbel nicht mehr in der 1961 eingeweihten Schillerschule genutzt wurden, kamen sie doch in deren Vorgängerschulen in der Johannesstraße (seit 1832) und in der Bergstraße (seit 1890) zum Einsatz.

Noch älter ist die Niederlahnsteiner Schulchronik, die seit 1785 im Stadtarchiv überliefert ist. Sie wurde handschriftlich in der damals gebräuchlichen Schreibschrift geführt, die viele unter dem Namen „Sütterlin“ kennen und die noch bis 1941 in der Schule gelehrt wurde. Die alte „Deutsche Schrift“ lag in der Ausstellung zum Ausprobieren und Üben bereit.

Ein Mann steht vor einer historischen grünen Schultafel und hält zwei ältere Schulbücher beziehungsweise Fibeln in den Händen. Auf der Tafel befinden sich mit Kreide geschriebene Sätze und Buchstaben. Rechts sind in einem Fenster weitere historische Bücher und ein altes Klassenfoto ausgestellt.
Dieter Halbig, ehemaliger Hausmeister der Schillerschule, schaute sich um und entdeckte vieles aus der eigenen Schulzeit an der Volksschule Niederlahnstein wieder. (Fotos: Bernd Geil / Stadtverwaltung Lahnstein)

Historische Schulfotos zeigten die damaligen Gebäude sowie exemplarisch Jungen- und Mädchenklassen aus verschiedenen Jahrzehnten. Die heutigen Schülerinnen und Schüler staunten besonders über die einstigen Klassengrößen: Mehr als 60 Kinder in einem Klassenraum waren durchaus üblich. Meist wurden die Jungen in der Johannesstraße und die Mädchen in der Bergstraße unterrichtet, in späterer Zeit dann gemeinsam. Geschrieben wurde zunächst mit dem Griffel auf Schiefertafeln, ältere Kinder schrieben mit Tinte in Hefte.

Auch eine Rute beziehungsweise ein Stock durfte in der Ausstellung nicht fehlen, denn noch bis Anfang der 1970er Jahre durften Lehrkräfte bei ungebührlichem Benehmen oder schlechten Leistungen Schülerinnen und Schüler körperlich züchtigen. Manche Besucherinnen und Besucher der Ausstellung erinnerten sich noch an solche Bestrafungen, mit denen Lehrkräfte seinerzeit für Disziplin sorgten.

Exemplarisch für die damalige Schulliteratur waren Lehrbücher aus verschiedenen Fächern ausgelegt. Die in vielen Büchern verwendete Druckschrift hieß „Fraktur“. Auch sie wurde 1941 – ebenso wie die bis dahin gelehrte deutsche Schreibschrift –für den Schulgebrauch verbroten und durch die heute gebräuchlichen Schriften ersetzt.

Das Stadtarchiv verwahrt rund 800 nach Fächern sortierte Schulbücher aus der Zeit des Kaiserreichs bis ins 21. Jahrhundert. Darüber hinaus kann dort eine umfangreiche Sammlung von Jahrgangsfotos ab den 1880er Jahren eingesehen werden. Das Stadtarchiv befindet sich am Kaiserplatz 1.