Wer heute in Lahnstein Schnittblumen oder Pflanzen kaufen möchte, findet dafür verschiedene Anlaufstellen. Neben dem Blumenhaus Bothe in der Emser Straße und dem Blumengeschäft Mohnblüte in der Burgstraße bieten auch der Globus-Blütenzauber, REWE sowie die drei Discounter Blumen und Pflanzen an. Eine größere Pflanzenauswahl gibt es zudem bei Richy’s Ranch in Lahnstein auf der Höhe und im Globus-Baumarkt. Auch auf dem neuen Wochenmarkt im Schillerpark, der dienstags stattfindet, gehören Blumen zum Angebot.
Eine klassische Friedhofsgärtnerei sucht man in Lahnstein inzwischen allerdings vergeblich. Das war nicht immer so: Gerade in der Nachkriegszeit prägten zahlreiche Gärtnereien das Stadtbild und bereicherten das örtliche Geschäftsleben. An einige dieser einstigen Betriebe soll im Folgenden erinnert werden.
Peter Breidbach führte eine Gärtnerei und Samenhandlung seit 1949. 1989 übergab er den Betrieb an seinen Sohn Werner Breidbach. Außer der Gärtnerei am Friedhof Braubacher Straße führte Frau Breidbach einen Blumenladen in der Burgstraße. 2018 wurde der Betrieb aufgegeben. Zuvor war Anton Zeitzius Inhaber des Ladens und hatte seine Gewächshäuser im Taplinsweg. Franz Eibel führte von 1951 bis 1982 in der Adolfstraße 155 einen Gärtnereibetrieb. Einer seiner Vorgänger in der Adolfstraße war von 1930 bis 1951 Ferdinand Thewald.

An der Südallee befand sich südwärts die Gärtnerei Wilhelm Vallendar seit 1931. Ab 1951 führte Tochter Katharina Günther ein Blumengeschäft im Lindenweg, 1968 hörten sie auf. Nordwärts der Südallee bis hin zur späteren Goetheschule hatten Helmut Becker und seine Mutter eine Gärtnerei, dazu bis 1986 ein Blumengeschäft in der mittleren Adolfstraße. Ein weiteres Blumengeschäft in Oberlahnstein führten die Gebrüder Rosenkranz aus Horchheim von 1933 bis 1972 in der Hochstraße. Paul Gerntke kam 1907 aus Schlesien als angestellter Haus- und Hofgärtner der Burgbesitzerfamilie Admiral Mischke nach Oberlahnstein. Die Gewächshäuser standen im Bereich des heutigen Campingplatzes von Burg Lahneck. In den 1920er Jahren machte sich Gerntke in der Ostallee selbstständig. Der Betrieb wurde 1934 von Sohn Ernst und ab 1970 von Enkel Erich übernommen. Der dazugehörige Blumenladen befand sich zunächst in der unteren Burgstraße, geführt von Leni Gerntke, von 1970 bis 2006 in der oberen Burgstraße, geführt von Dagmar Gerntke. Außerdem gab es in Oberlahnstein im Bereich des heutigen Schulzentrums am Oberheckerweg die Gemüsegärtnerei Sauerwein.
In Niederlahnstein an der Dr.-Michel-Straße, gegenüber des Friedhofs Allerheiligenbergstraße, führte Hans Knoche und ab 1964 Sohn Richard eine Gärtnerei. Der Laden befand sich in der Bahnhofstraße, Ecke Johann-Baptist-Ludwig-Straße. Der Betrieb wurde 1976 geschlossen. Außerdem gab es im Hohenrheiner Weg (heutige Straße „Zur Ruppertsklamm“) noch bis Mitte der 1960er Jahre die Gärtnerei von Josef Böhm und in der Johannesstraße die Gärtnerei Krah. Gertrud Krah, verh. Nitzling, führte eine Blumenhalle neben der Terrasse des Raffenberger Hofs in der Bahnhofstraße, Ecke Rheinstraße.
Rudolf Degen führte ab 1960 eine Handelsgärtnerei. Das Blumengeschäft in der Johann-Baptist-Ludwig-Straße wurde zwar 2021 geschlossen, aber Michael und Kerstin Degen führen seit 1993 einen Fachbetrieb für Garten- und Landschaftsbau sowie ein Planungsbüro für Landschaftsarchitektur. Sie und ihr Team schaffen Gärten und Freiräume. Ihre „Alte Gärtnerei“ und der Ausstellungsraum für bildende Kunst sind während der Gartensaison jeden Freitag für Besucher geöffnet.
Ursula Scheeben, geborene Bothe, eröffnete im März 1970 an der Ecke der Brückenstraße und Emser Straße ihr Blumengeschäft und führt es bis heute seit stolzen 56 Jahren.

