Am 29. Oktober 2026 jährte sich der Todestag von Markus Berger zum zehnten Mal. Der langjährige Kommunal- und Bundespolitiker prägte über zwei Jahrzehnte das politische Geschehen in Lahnstein und engagierte sich darüber hinaus auf Kreis- und Bundesebene. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Ingelheim am Rhein, wo er am 28. Januar 1937 im heutigen Stadtteil Frei-Weinheim geboren worden war.
Nach dem Abitur trat Berger in die Bundeswehr ein und wurde Berufssoldat bei den Pionieren. Zuletzt bekleidete er den Dienstgrad eines Oberstleutnants der Reserve. Seit 1962 lebte er in Niederlahnstein, wo bereits sein Urgroßvater Johann Baptist Hewel (1850 - 1919) als Schiffbaumeister tätig gewesen war und auf der Helling Lastkähne gebaut und repariert hatte. Berger selbst war dort als Kasernenkommandant der Deines-Bruchmüller-Kaserne eingesetzt.
Neben seiner militärischen Laufbahn begann 1964 auch sein politisches Engagement mit dem Einzug in den Stadtrat von Niederlahnstein. Bereits ein Jahr später übernahm er den Vorsitz der CDU-Fraktion. Nach der Gründung der Stadt Lahnstein wurde Berger 1969 in den neuen Stadtrat gewählt, wo er von 1973 an zehn Jahre lang die CDU-Fraktion führte. Insgesamt setzte er sich 20 Jahre ehrenamtlich für die Belange der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger ein. So setzte er sich insbesondere für den Ankauf und die Sanierung der Hospitalkapelle ein. Darüber hinaus engagierte er sich 15 Jahre im Kreistag des Rhein-Lahn-Kreises, davon zehn Jahre als stellvertretender Fraktionsvorsitzender.
Auch auf Bundesebene machte sich Berger einen Namen. Von 1977 bis 1987 gehörte er dem Deutschen Bundestag an. Dort war er Mitglied des Verteidigungsausschusses sowie des Unterausschusses für Abrüstung und Rüstungskontrolle. Zudem wirkte er in den Parlamentarischen Versammlungen des Europarates und der Westeuropäischen Union mit. Von 1983 bis 1991 stand er dem Bundesfachausschuss für Sicherheitspolitik der CDU Deutschlands vor.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag war Berger von 1987 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000 als Referent für Alfred Dregger tätig. Zunächst unterstützte er ihn in dessen Funktion als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, später als deren Ehrenvorsitzenden.
Auch publizistisch beschäftigte sich Berger intensiv mit sicherheitspolitischen Fragen. Er verfasste zahlreiche Veröffentlichungen, insbesondere zur atomaren Abschreckung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung von Atomwaffen sowie zur „Europäischen Sicherheitsunion“. Darüber hinaus übernahm er das Redigat der Festschrift zum 80. Geburtstag von Alfred Dregger.
Im Ruhestand widmete sich Berger verstärkt seinen persönlichen Interessen und seinem ehrenamtlichen Engagement. Die mittelalterliche Tradition der europäischen Wallfahrt faszinierte ihn so sehr, dass er sich mehrfach auf den Jakobsweg begab. Im Jahr 2000 bewältigte er die rund 2.400 Kilometer lange Strecke von Ingelheim bis Santiago de Compostela mit dem Fahrrad in nur 31 Tagesetappen. Daneben engagierte er sich im Hospiz Ingelheim.
Seiner früheren Heimat Lahnstein blieb Berger auch nach seinem Wegzug verbunden. So kehrte er 2014 für einen Vortrag über die Ursachen des Ersten Weltkriegs in die Hospitalkapelle St. Jakobus zurück. Anlass war eine Ausstellung des Stadtarchivs Lahnstein. Mit dem Thema hatte er sich intensiv beschäftigt und bereits in Ingelheim, wo er Mitglied des örtlichen Geschichtsvereins war, darüber referiert.
Am 29. Oktober 2016 starb Markus Berger an den Folgen einer Krebserkrankung. In seinem Nachruf würdigte ihn der damalige Lahnsteiner Oberbürgermeister Peter Labonte als engagierten Kommunal- und Bundespolitiker, der sich insbesondere durch seine Bodenständigkeit, sein Pflichtbewusstsein und seine Verlässlichkeit ausgezeichnet habe.
Für seine Verdienste wurde Markus Berger mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande sowie der Staatsmedaille des Landes Rheinland-Pfalz für besondere soziale Verdienste ausgezeichnet.

