Es ist eine Entscheidung, die schmerzt, aber unumgänglich ist: Als Reaktion auf eine aktuelle brandschutztechnische Prüfung schließt die Stadtverwaltung Lahnstein ihre Stadthalle ab sofort für den gesamten Veranstaltungsbetrieb. Das Wohl und die Sicherheit aller Gäste stehen dabei über allem. Die Einschätzung eines Brandschutzgutachters vom 20. Juli 2026 zeichnet ein unmissverständliches Bild: Der beauftragte Experte betont nachdrücklich, dass eine umgehende Schließung dringend geboten ist, um jegliche Gefahr für Leib und Leben konsequent abzuwenden.
Verschiedene Bereiche der Lüftungs- und Gebäudetechnik entsprechen nicht den heute erforderlichen brandschutztechnischen Anforderungen. Dadurch wäre eine unkontrollierte Rauchausbreitung im Falle eines Brandes möglich. Die festgestellten Mängel betreffen mehrere Ebenen des Gebäudes, erforderliche Maßnahmen gehen deutlich über einzelne Reparaturen oder Nachrüstungen hinaus. Eine belastbare Aussage darüber, in welchem Umfang technische Anpassungen erforderlich sind, welche Kosten entstehen und in welchem Zeitraum eine Umsetzung möglich wäre, kann derzeit noch nicht getroffen werden.
Hinzu kommt, dass einzelne technische Anlagen der Stadthalle inzwischen ein hohes Alter erreicht haben und unabhängig von den aktuell festgestellten Mängeln mittelfristig ohnehin Investitionen erforderlich machen würden. Diese Aspekte werden in die weiteren Überlegungen zur Zukunft der Stadthalle einbezogen.
Für die Stadtverwaltung stellt der Umfang der notwendigen Maßnahmen eine neue und besonders herausfordernde Situation dar. Das Bauamt bereitet Planungsaufträge vor, um mögliche Maßnahmen zur brandschutztechnischen Ertüchtigung des Gebäudes zu untersuchen. Dabei müssen sämtliche Arbeiten eng mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden. Die Entscheidungen über das weitere Vorgehen und die notwendigen Maßnahmen sind anschließend von den zuständigen politischen Gremien zu treffen.
Mit der Schließung der Einrichtung müssen sämtliche für den Zeitraum ab Juli geplanten Veranstaltungen und Vermietungen abgesagt werden. Die Stadtverwaltung bedauert die Auswirkungen auf Vereine, Kulturschaffende, Veranstalter und Besucher ausdrücklich und hat bereits begonnen, die betroffenen Vereine sowie gewerbliche Nutzer direkt zu informieren und nach Alternativorten für gebuchte Veranstaltungen zu suchen.
„Erhalt und Nutzung der Stadthalle sind unser oberstes Ziel. Sie ist der Mittelpunkt des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens unserer Stadt.“, betont Bürgermeister Johannes Lauer, der derzeit Oberbürgermeister Lennart Siefert vertritt. „Gleichzeitig lässt der Umfang der festgestellten sicherheitsrelevanten Mängel derzeit keine verantwortbare Nutzung der Stadthalle zu.“
Sobald weitere belastbare Erkenntnisse vorliegen, wird die Öffentlichkeit umfassend über die nächsten Schritte informiert.

