In der Mensa des Marion-Dönhoff-Gymnasiums in Lahnstein fand eine besondere Premiere statt: Oberbürgermeister Lennart Siefert stellte sich erstmals den Fragen der Schülerschaft in einer eigens konzipierten Jugendsprechstunde. Diese Veranstaltung bildete den Auftakt zu einer neuen Dialogreihe, mit der die Stadtverwaltung den Austausch mit jungen Generationen spürbar intensivieren möchte – geplant ist, dass weitere Termine an anderen Lahnsteiner Schulen folgen werden. „Mir ist es ein wichtiges Anliegen, dass wir nicht nur über die Jugend sprechen, sondern direkt mit ihr“, betonte Siefert zum Auftakt des Austausches.

Die Moderation des Vormittags lag in den Händen von Janja Stefanac aus der 10. Klasse sowie Abdul Salkho, Schülersprecher und Vorstandsmitglied der Landesschülervertretung aus der 11. Klasse. Die beiden führten souverän durch ein inhaltlich fundiertes Programm, das auf einer intensiven Vorarbeit basierte. Die Schülerinnen und Schüler hatten zuvor in ihren Klassen zahlreiche Fragen erarbeitet, die von der Europa-AG des Gymnasiums gesammelt, gesichtet und für den Austausch sortiert wurden. So konnten die Klassensprecherinnen und Klassensprecher sowie deren Vertreter aus den Jahrgangsstufen 5 bis 12 das Stadtoberhaupt mit einem breiten Spektrum an Themen konfrontieren.
Im Mittelpunkt standen dabei die Anliegen der Jugendlichen, die Lahnstein bewegen: Es wurde über die Verkehrssituation und den Ausbau von Radwegen diskutiert, ebenso wie über attraktive Freizeitangebote für junge Menschen. Auch die Themen Nachhaltigkeit, wie der Ausbau von Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden, und das allgemeine Stadtbild, insbesondere die Sauberkeit, waren zentrale Punkte. Zudem verdeutlichte der Wunsch nach einer Jugendvertretung, wie sehr sich die Schülerinnen und Schüler eine aktive Mitgestaltung ihrer Heimatstadt wünschen.
Im Anschluss an den moderierten Teil bot sich dem Publikum die Gelegenheit, direkt in den Dialog zu treten. Dabei kamen unter anderem konkrete Fragen zur Unterstützung von Jugendvereinen und zur Spielplatzgestaltung zur Sprache. Auch auf persönlicher Ebene zeigte sich Lennart Siefert nahbar und gab den Jugendlichen bereitwillig Einblicke in seinen eigenen Lebensweg. Auf die Frage, warum er den Weg in die Politik gewählt habe, erklärte der Oberbürgermeister: „Mein Weg in die Politik begann durch ehrenamtliches Engagement in Vereinen, wo ich schnell merkte, dass ich in unserer Stadt einfach mehr bewegen wollte. Es ist in der Politik nicht immer einfach, aber wenn man wirklich etwas erreichen und sich engagieren möchte, muss man dranbleiben und darf nicht aufgeben.“ Genau diese Leidenschaft, sich für seine Umgebung einzusetzen, gab er den Schülern mit auf den Weg und ermutigte sie dazu, ihren eigenen Interessen zu folgen.

Der gelungene Auftakt am Marion-Dönhoff-Gymnasium hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel Potenzial in einem direkten Dialog zwischen der Stadtspitze und der jungen Generation steckt.

