Wildschweine im Wohngebiet

Was tun bei Wildschweinen im Wohngebiet

In der Nähe von Wäldern kommt es immer wieder vor, dass Wildschweine Wohngebiete besuchen. Die Tiere sind intelligent und extrem anpassungsfähig. Was sie in Siedlungen zieht, ist vor allem das reichhaltige und leicht zugängliche Nahrungsangebot. Gärten, Komposthaufen und offen gelagerter Grünschnitt bieten genau das, was sie suchen. 

Drei Faktoren spielen eine Hauptrolle:

  •  Sicherheit: Innerhalb des Wohngebiets herrscht Jagdverbot und eine  intensive Bejagung im Wald könnte zum Lerneffekt führen, im Wohngebiet sicherer zu sein.
  •  Geruch: Fallobst, Gartenabfälle und insbesondere feuchter oder gärender Grünschnitt locken die Tiere aus mehreren hundert Metern Entfernung an. 
  •  Lerneffekt: Einmal gefundenes Futter führt dazu, dass die Rotte immer wiederkehrt oder sogar bleibt,  wenn genügend verwilderte Flächen zur Verfügung stehen. 

In Lahnstein wurden bei mehreren Begehungen mit Fachleuten Schäden, Vorkommen und mögliche Ursachen untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass Grünschnitt und Gartenabfälle die häufigste Ursachen für Wildschweinbesuche in Lahnsteiner Wohngebieten sind.  

Für Wildschweine sind sie keine Abfälle, sondern eine energiereiche Futterquelle. Hier finden sie Fallobst, Gemüsereste, Wurzeln und Knollen aus Beeten, Samen, Nüsse, Regenwürmer und Insektenlarven im feuchten Schnittgut sowie Rasensoden, die aktiv umgebrochen werden.

Werden die Tiere einmal angelockt, erkunden sie auch angrenzende Gärten und öffentliche Flächen. Umgegrabene Rasenstücke, beschädigte Beete und Garteneinfassungen sowie umgestoßene Komposter sind häufige Folgen.

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 Um die Attraktivität der Siedlung zu senken, hilft oft schon die Beachtung kleiner Details:

  •  Kompostierung: geschlossene und möglichst wildtiersicher aufgestellte Kompostbehälter
  •  Grünschnitt und Gartenabfälle: zeitnahe und ordnungsgemäße Entsorgung von Grünschnitt und Gartenabfällen un keine Ablagerung in angrenzenden Grünflächen
  •  stabile Einzäunung: Prüfen Sie diese regelmäßig auf Schwachstellen am Boden.

 

Langfristig lässt sich das Eindringen von Wildschweinen vor allem dann begrenzen, wenn Nahrungsquellen im Wohngebiet konsequent reduziert werden. Jede kleine Maßnahme trägt dazu bei, Konflikte zwischen Mensch und Tier zu verringern.