Blick auf das Rathaus in Oberlahnstein 

Vor 100 Jahren wurde Wolfgang Hopstein geboren

Der Name Wolfgang Hopstein ist über 30 Jahre untrennbar mit dem Rhein-Lahn-Kurier verbunden. Am 14. März 1926 in Köln geboren, war er seit 1947 in Niederlahnstein wohnhaft. Hier heiratete er die Kriegerwitwe Magdalene Brühl, geb. Ackermann. Mit zwei Kindern lebten sie in der Emser Straße, ab 1959 in der Neugasse.

Schon früh machte sich Wolfgang Hopstein als Herausgeber von Zeitschriften einen Namen: 1950 gründete er den „Lesezirkel Rhein-Lahn“, den er bis Ende 1992 betrieb. Dieser Vertrieb von Zeitschriften wurde anschließend von seiner Frau weitergeführt. Aus Eigen- und Lohndruck für andere Lesezirkel-Umschlagsmappen schaffte sich Hopstein schon früh eine Druckermaschine an. Diese diente ihm Ende der 1950er auch für mehrere Ausgaben des Anzeigenblatts „Der Gabentisch“, welches über den Verkehrsverein Niederlahnstein ausgeführt wurde.

In gleicher Form, jedoch unter neuem Namen, wurde zum Erdbeerfest 1961 der erste „Rhein-Lahn-Kurier“ gedruckt. 32 Jahre lang erschien er unter seiner Herausgeberschaft und Redaktion als Heimatblatt mit lokalen Informationen, frei und neutral, denn Hopstein ließ sich von niemandem eine Meinung aufzwingen. Regelmäßig kamen die Fraktionsvorsitzenden zu Diskussionen in sein Haus, wo das Blatt anfangs im Handsatz, ab Ende der 1960er im Maschinensatz und später im Fotosatz gedruckt wurde. Von Beginn an wurde der Rhein-Lahn-Kurier an alle Haushaltungen kostenlos verteilt. Während das Anzeigenblatt zunächst vierteljährlich erschien, wurde 1965 die Erscheinungsweise auf monatlich und 1977 auf zweiwöchentlich umgestellt. Ab 1968 wurde der Rhein-Lahn-Kurier erstmals auch den Oberlahnsteiner Haushalten zugestellt, in den 1980ern auch in Braubach, Dachsenhausen und Hinterwald. Die Auflage stieg auf 11.000 Exemplare. Seit 1971 werden die amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Lahnstein im Rhein-Lahn-Kurier veröffentlicht. Nachdem Hopstein Ende 1992 die Herausgeberschaft seiner freien Zeitung aus Altersgründen aufgab und die Rechte an den Verlag Linus Wittich verkaufte, schloss die Stadt mit dem Verlag einen Vertrag. Nach notwendiger Satzungsänderung fungiert der Rhein-Lahn-Kurier seit 1. Januar 1993 als amtliches Bekanntmachungsorgan der Stadt Lahnstein. Darüber hinaus veröffentlicht die Stadt Mitteilungen über wichtige Planungen und Ereignisse innerhalb Lahnsteins, ebenso die Beiträge von Kirchen, Vereinen und Verbänden der Stadt. Auch im Ruhestand bis zu seinem Tod nahm Wolfgang Hopstein die Privatanzeigen weiter entgegen, anschließend übernahm dies seine Witwe.

Ehepaar Magdalene und Wolfgang Hopstein (Foto: Sammlung Brühl)

Sehr stark hat sich Wolfgang Hopstein auf dem Gebiet der heimischen Brauchtumspflege engagiert. Er wirkte viele Jahre lang aktiv im Verkehrsverein Niederlahnstein mit und war dort Initiator vieler Aktionen. Nachdem das Erdbeerfest nicht mehr stattfand, war es seine Idee, zur Lehner Kirmes die Lahn-Nixe zu küren. Ebenso entsprang das Reit- und Springturnier 1974 zur 650-Jahrfeier der Stadt Lahnstein seiner Idee. Auch für die Städtepartnerschaften war Wolfgang Hopstein aktiv, wobei er besonders den Partnerschaftskreis Kettering unterstützte.

Hervorzuheben sind außerdem seine ausgezeichneten Beziehungen zur Bundeswehr. 1971 erfolgte seine Ernennung zum Ehrenpionier und 1975 zum Ehrenkanonier. Hopstein leistete einen großen Beitrag für das traditionell gute Verhältnis zwischen Lahnsteiner Bürgerinnen und Bürgern und den hier stationierten Soldaten.

Weiteres großes Engagement leistete er für den Lahnsteiner Karneval. So war er 1980 Mitbegründer der Närrischen Turmgarde, denen Hopstein zwölf Jahre als Kommandeur vorstand. 1992 wurde er zum Ehrenkommandanten ernannt. Ihm gelang es, die NTG zu einer die Lahnsteiner Fastnacht prägenden Garde zu machen, die die Stadt auch außerhalb der närrischen Zeit immer wieder nach außen werbewirksam repräsentierte. Wolfgang Hopstein war bei den großen Lahnsteiner Fastnachtssitzungen auch als Redner bekannt, der mit geschliffenen Versen das Lahnsteiner Leben glossieren konnte, ohne jemanden zu verletzten.

Seine Aktivitäten führten zu zahlreichen Auszeichnungen. Im Jahre 1980 wurde er Träger des Ordens „Wider den militärischen Ernst“, vom Kur- und Verkehrsverein erhielt er 1986 für sein Wirken in der Brauchtumspflege den „Lehner Anker“ und für sein Engagement im Karneval erhielt er 1992 die goldene Verdienstmedaille des Regionalverbandes Karnevalistischer Korporationen. Am 8. Juli 1994, drei Monate vor seinem Tod, wurde Wolfgang Hopstein für seine Verdienste um seine Wahlheimat mit der Verdienstmedaille der Stadt Lahnstein ausgezeichnet.

Am 6. Oktober 1994 verstarb Wolfgang Hopstein plötzlich trotz eingeleiteter Notoperation. Er wurde in Niederlahnstein beigesetzt.