Zum „Tag der Archive“ am 08. März 2026 konnten Stadtarchivar Bernd Geil und Archivmitarbeiterin Julia Schmidt über 80 Besucher im Stadtarchiv Lahnstein begrüßen und durch die Räumlichkeiten am Kaiserplatz führen.
Im Benutzersaal waren besondere Archivalien ausgestellt: Von historischen Urkunden, Akten und Amtsbüchern über Karten und Pläne bis hin zu Fotografien gab es viel zu entdecken. Auch die umfangreiche Archivbibliothek lud die heimatgeschichtlich interessierten Gäste zum Stöbern ein. Wer mochte, konnte sich zudem im Entziffern alter Schriften versuchen, etwa in den oft handschriftlich geführten Personenstandsregistern und Stockbüchern (den Grundstückskatastern von 1853 bis 1903) oder in der Frakturschrift alter Adressbücher.
Passend zum diesjährigen Motto des Archivtags, „Alte Heimat - neue Heimat“, gab es eine kleine Ausstellung zu den Lahnsteiner Siedlungen. Sie widmete sich der Frage, was sich in den Archivalien und der Sekundärliteratur des Stadtarchivs über diese Siedlungen finden lässt. Als Quellen dienten städtische Akten, der Personennachlass des Ehrenbürgers Johannes Knauf sowie die Vereinsnachlässe der Siedlergemeinschaften St. Martin Oberlahnstein, Friedrichssegen und Allerheiligenberg. Auch die Lahnsteiner Presse und verschiedene Festschriften der einzelnen Siedlungen wurden herangezogen.
Wo die Quellen schlummern, war Ziel der Archivführungen in die Magazinräume. Stadtarchivar Bernd Geil stellte dort den Aufbau vor und gab Einblicke in verschiedene Bestände, darunter in die Hauptregistratur, die Brandkataster oder die Unterlagen des einstigen Städtischen Gymnasiums Oberlahnstein, das heutige Marion-Dönhoff-Gymnasium. Auch Dokumente der drei städtischen Volksschulen (Grundschulen), der bis 1953 städtischen Polizeiverwaltung sowie diverse Nachlässe wurden präsentiert.
Inzwischen haben 94 Vereine und Gruppierungen ihre wichtigsten Unterlagen dem Stadtarchiv anvertraut oder nach ihrer Auflösung übergeben. Ebenso wurden 83 Nachlässe von Lahnsteiner Bürgern mit Dokumenten unterschiedlichen Umfangs archiviert.
Einblicke ins Stadtarchiv nach Termin
Alle Unterlagen können unter Beachtung des Landesarchivgesetzes Rheinland-Pfalz eingesehen werden. Eine vorherige Anmeldung per Telefon oder E-Mail wird empfohlen, da das Archiv aufgrund von Außendiensten nicht durchgehend besetzt ist.
Im vergangenen Jahr verzeichnete das Archiv an 126 Tagen insgesamt 60 externe Nutzer; zudem mussten 204 Anfragen aus aller Welt beantwortet werden, wobei ein Großteil die Ahnenforschung betraf. Darüber hinaus wurden zahlreiche städtische Akten übernommen, bewertet und verzeichnet. Auch die Öffentlichkeitsarbeit kam nicht zu kurz: Neben den Serien „Lahnstein hat Geschichte“ und „Erkennen Sie Lahnstein?“ wurden anlässlich des Jubiläums „700 Jahre Stadtrechte“ Ausstellungen zur Stadtgeschichte sowie zu „150 Jahre Evangelische Kirche in Lahnstein“ gezeigt. Zudem wurden Führungen entlang der Stolpersteine zum jüdischen Friedhof am Ahler Weg sowie Rundgänge durch die städtischen Museen am Internationalen Museumstag im Mai und am Tag des offenen Denkmals im September angeboten. In Kooperation mit dem Lahnsteiner Altertumsverein wurde zudem die neue Stadtgeschichte „Lebendiges Lahnstein“ erstellt. Letztere ist für 28 Euro bei der Tourist-Information sowie bei Schreibwaren Staudt in der Bahnhofstraße erhältlich.
Weitere Veranstaltungen stehen in Kürze an: Am 11. April ein Vortrag über den Kunstmaler Nikolai von Astudin, einschließlich einer Ausstellung im Theater Lahnstein sowie am 23. Juni ein Vortrag zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Lahnstein. Die am Archivtag eröffnete Ausstellung „Siedlungen in Lahnstein“ bleibt noch bis September im Stadtarchiv zu sehen.

