In freundlicher und lebendiger Atmosphäre fand in der Stadthalle der Neujahrsempfang der Stadt Lahnstein statt. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Ehrenamt waren der Einladung gefolgt. Dabei wurde deutlich: Die Tradition dieses besonderen Abends wird weiterentwickelt – mit einem klaren Schwerpunkt auf Gemeinschaft, Begegnung und Wertschätzung für die Menschen, die sonst selten im Mittelpunkt stehen.
Bereits zu Beginn machte Oberbürgermeister Lennart Siefert in seiner Begrüßung deutlich, dass es ein besonderer Abend sei und dass „nicht nur, weil wir gemeinsam in ein neues Jahr starten, sondern auch, weil dieser Neujahrsempfang nach langen Jahren von der Stadt Lahnstein selbst ausgerichtet wird“. Dieser Schritt sei, so Siefert, „kein formaler Wechsel, sondern ein bewusstes Zeichen: für Nähe, für Verantwortung – und für ein gemeinsames Gestalten unserer Stadt“. Zugleich dankte er dem Kur- und Verkehrsverein Lahnstein, der in den vergangenen Jahren mit großem Engagement und viel Herzblut den Empfang organisiert hatte.
Siefert nutzte den Anlass für einen Moment des Innehaltens. Der Abend solle mehr sein als Rückblick und Ausblick: „Er soll auch ein Moment des Innehaltens sein. Ein Moment, in dem wir uns bewusst machen können, was unsere Stadt wirklich ausmacht: das sind für mich vor allem die Menschen, die hier leben, arbeiten und Verantwortung übernehmen – Tag für Tag, oft leise, oft selbstverständlich, aber immer mit Wirkung.“ Lahnstein sei eine Stadt mit Menschen, „die anpacken – in den zahlreichen Vereinen, in der Feuerwehr, in sozialen Einrichtungen, in Unternehmen, in der Verwaltung, im Ehrenamt und im Alltag“.
Mit Charme, Witz und historischem Fingerspitzengefühl führte Marc Holzheimer durch die Veranstaltung. Er spannte unterhaltsame Bögen durch die Lahnsteiner Stadtgeschichte und sorgte mit humorvollen Einlagen für heitere Zwischentöne.
Auch Rhein-Lahn-Nixe Kristina I., Repräsentantin der Stadt Lahnstein, richtete herzliche Worte an die Gäste und blickte mit Vorfreude auf zahlreiche Begegnungen im Jahr 2026. Ihr Grußwort verband Charme und Verbundenheit mit der Einladung, das neue Jahr aktiv und gemeinsam zu gestalten.
Im weiteren Verlauf des Abends standen die Verleihungen der goldenen Ehrennadeln der Stadt Lahnstein im Mittelpunkt. Mit ihnen werden Menschen gewürdigt, die Verantwortung übernehmen und das Zusammenleben vor Ort maßgeblich stärken.
Bürgermeister Johannes Lauer hielt die Laudatio auf Günter Groß, der seit Jahrzehnten fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Lahnstein ist. „Er ist ein Mensch, der nicht fragt: ‚Warum ich?‘, sondern sagt: ‚Ich mache das‘“, so Lauer. Groß gestaltet das Leben in Lahnstein nachhaltig und positiv, „weil er diese Stadt liebt und überzeugt davon ist, dass Gemeinschaft nur dann gelingt, wenn Menschen Verantwortung übernehmen“. Sein Engagement ist außergewöhnlich in Breite, Kontinuität und Selbstverständlichkeit.
Für ihr langjähriges soziales Engagement wurde auch Hella Schröder ausgezeichnet. Beigeordneter Sebastian Seifert würdigte sie als Persönlichkeit, die das Zusammenleben in Lahnstein geprägt habe, „nicht laut im Vordergrund, aber mit tiefer und nachhaltiger Wirkung“. Schröder, einst Gemeindereferentin, hat weit über berufliche Aufgaben hinausgewirkt – getragen von Gerechtigkeitssinn, Mitmenschlichkeit und dem Anspruch, Hilfe dort zu beginnen, wo Menschen gesehen werden. „Sie sieht Not und handelt. Sie erkennt Hilfsbedürftigkeit und packt an“, brachte Seifert ihre Haltung auf den Punkt.
Ebenfalls mit der goldenen Ehrennadel geehrt wurde der „Runde Tisch für Flüchtlinge in Lahnstein“. Beigeordneter Manfred Radermacher hob hervor, dass die Initiative seit über zehn Jahren ein leuchtendes Beispiel gelebter Mitmenschlichkeit ist: „Sie haben Begegnungen geschaffen, Brücken gebaut, gegenseitiges Verständnis gefördert und dafür gesorgt, dass aus Fremden Nachbarn wurden.“ Für Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, ist dieses Engagement von unschätzbarem Wert. Es gibt Orientierung, Zuversicht und das Gefühl des Angenommenseins. So trägt der Runde Tisch entscheidend dazu bei, dass Zusammenhalt in Lahnstein nicht nur ein Wort, sondern gelebte Realität ist.
Der Neujahrsempfang zeigte eindrucksvoll, wie breit das Spektrum des Ehrenamts in Lahnstein ist – von sozialen Projekten über Integrationsarbeit bis hin zum Vereinsleben. Er machte sichtbar, was sonst oft im Hintergrund geschieht: tägliches Anpacken, verlässliches Dasein, leises, aber wirksames Engagement.
Nach dem offiziellen Teil füllten sich Foyer und Stehtische rasch. Bei Livemusik, Getränken und Häppchen nutzten die Gäste die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen, zum Netzwerken und einfach dazu, sich wiederzusehen. Genau das, was der Abend sich zum Ziel gesetzt hatte, wurde lebendig: Begegnung, Austausch und ein gemeinsames Lahnstein.

