Das Jugendkulturzentrum Lahnstein (JUKZ) ist weit mehr als ein Ort – es ist eine lebendige Institution, an der sich Generationen begegnen und Geschichten miteinander verweben. Begegnung, Beratung, Bildung und Kultur verschmelzen zu einem Treffpunkt, an dem Menschen zueinanderfinden, voneinander lernen und gemeinsam wachsen. Kinder entdecken ihre Kreativität, Jugendliche entfalten auf der Bühne ihr Talent und Familien teilen bei Lesungen oder Konzerten besondere Momente. In dieser Vielfalt zeigt sich das Herz des Hauses: ein Ort, der verbindet und Brücken schlägt.

Die Geschichte des JUKZ begann 1975 in bescheidenen Räumen. Damals erhielten Jugendliche in Lahnstein nachdrücklich gefordert ihr erstes eigenes Domizil „die Baracke“. Vier Jahre später kam mit einem hauptamtlichen Sozialarbeiter mehr Professionalität hinzu und 1981 zog das Zentrum schließlich in die Wilhelmstraße, wo es in einem umgebauten ehemaligen Kindergarten seine Türen öffnete. Aus dem Jugendzentrum entwickelte sich ein generationsübergreifendes Kulturhaus – ab den 1990er-Jahren wuchs das Angebot stetig. Heute steht das JUKZ für eine bunte Mischung aus Jugend-, Kultur- und Integrationsarbeit, getragen von hauptamtlichen Kräften, Ehrenamtlichen und unzähligen kreativen Ideen.
Mit einem stimmungsvollen Jubiläumswochenende hat das Jugendkulturzentrum Lahnstein sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Zahlreiche Gäste, Wegbegleiter und Musikbegeisterte erlebten ein abwechslungsreiches Programm, das eindrucksvoll zeigte, wie tief die Einrichtung seit Jahrzehnten im kulturellen und sozialen Leben der Stadt verwurzelt ist.
Den Auftakt des Jubiläums bildete am Samstagabend ein musikalischer Rückblick: Mit Franz Katzentod und Ekdosis kehrten zwei legendäre Bands aus den Anfangsjahren zurück auf die Bühne. Während Katzentod mitreißenden Rock spielte, ließen Ekdosis Funk- und Soulklassiker im Stil von Kool & The Gang oder Earth, Wind & Fire aufleben. Ergänzt wurde das Programm durch die beliebte Stormy-Reihe, bei der Biber Herrmann und Blues-Urgestein John Kirkbride für Gänsehautmomente sorgten.
Der Sonntag startete mit einem offiziellen Empfang. Walter Nouvortne, ehemaliger Leiter und heutiger Vorsitzender des Fördervereins, eröffnete die Feierlichkeiten. „Als Jugendlicher, der hier weinige Häuser weiter aufgewachsen ist, war ich oft abends zu Gast – zum Billiardspielen und Mezzo-Mix trinken“, erinnerte sich Oberbürgermeister Lennart Siefert mit einem Lächeln an die eigenen Jugendjahre im JUKZ. „Die letzten 50 Jahre zeigen uns, dass das Jugendkulturzentrum Lahnstein am Puls der Zeit geblieben ist und sich stetig weiterentwickelt hat. Das ist auch in Zukunft unser gemeinsames Ziel – auf weitere 50 Jahre JUKZ hier in Lahnstein!“

Nach der Eröffnung des Festtages stand die Bühne ganz im Zeichen der Geschichte: Nasstaran Houshmand, die das Haus heute gemeinsam mit Thomas Seggel leitet, blickte bewegend auf die Zeit zurück. Besonders hob sie die vielen Freiwilligen hervor, ohne deren Engagement das vielfältige Programm der vergangenen Jahre nicht denkbar gewesen wäre. Ein Rückblick auf die Entwicklung des Hauses rundete diesen Teil ab und mit dem „Lohnschdener Zores“ fand auch die heitere Seite des Jubiläums ihren Platz – das Mundart-Duo sorgte für herzhafte Lacher im Saal. Besonderen Applaus erhielt auch Immanuel Bär, einst Zivildienstleistender im JUKZ, heute IT-Sicherheitsexperte. Er berichtete eindrucksvoll von seiner Arbeit, Jugendliche bundesweit für digitale Sicherheit zu sensibilisieren – eine Kompetenz, die er nach eigenen Worten im JUKZ gelernt habe.
Im Anschluss öffnete das Haus seine Türen für alle Besucher. Ob Repair Café, Malkurse, Töpferangebote, Senioreninternettreff oder kreative Mitmachprojekte wie „Create Space“ in Kooperation mit der Hochschule – das JUKZ präsentierte eine Breite seiner heutigen Arbeit. Auch Integrationsprojekte wie das interkulturelle Frauencafé fanden großen Zuspruch.
Mit dem aktuellen Programmheft für das zweite Halbjahr 2025, das pünktlich zum Jubiläum vorgestellt wurde, zeigt sich deutlich, dass die Erfolgsgeschichte weitergeschrieben wird. Geplant sind Konzerte, Kreativkurse, Projekte für Kinder und Jugendliche ebenso wie Angebote für Erwachsene. Damit bleibt das JUKZ das, was es seit einem halben Jahrhundert ist – ein lebendiges Kultur- und Begegnungszentrum für die ganze Stadt. Alle Termine und Angebote sind unter www.lahnstein.de/jukz zu finden.
