27. Juni 2020 Kategorie: Pressemitteilungen

Der Wald als Therapiezentrum

Stadt bereitet Antrag für Anerkennung des künftigen Kur- und Heilwalds Lahnstein vor

Die Stadt Lahnstein arbeitet als einer der größten kommunalen Waldbesitzer intensiv daran, einen Kur- und Heilwald ausweisen zu können. Nachdem der rheinland-pfälzische Landtag in seiner Sitzung vom 27. März 2020 eine Änderung des Landeswaldgesetzes beschlossen hat, kann Wald auf Antrag der Waldbesitzenden als Kur- und Heilwald ausgewiesen werden. Nun steht in Lahnstein die Antragsstellung unmittelbar bevor.

Entsprechend ausgewiesene Waldgebiete sind für die therapeutische Nutzung für spezielle Indikationen gestaltet und aufgrund verschiedener Eigenschaften dazu geeignet, eine gesundheitsfördernde Breitenwirkung zu entfalten.

Damit können sie einen wertvollen Beitrag leisten, den Umgang mit Krankheiten sowie das Ausmaß von Behinderungen durch diese im Sinne einer Tertiärprävention günstig zu beeinflussen. Chronische Krankheiten können so lindernd behandelt werden. Aufenthalte im Kurwald sind aber auch geeignet, die Verschlimmerung, das Wiederauftreten und die Chronifizierung von Krankheiten zu verhindern (Sekundärprävention).

Der Wald ist einerseits speziell für Menschen im Rahmen einer Rehabilitation gedacht. Andererseits dient er auch dem Wohl der Allgemeinheit und ist somit frei für jedermann zugänglich.

In Lahnstein wird hinter den Kulissen fleißig am Projekt gearbeitet: Die erforderlichen Gutachten liegen zwischenzeitlich vor. Derzeit erfolgt eine fachliche Begutachtung dieser Unterlagen. Vor Ort wurde bereits eine Abstimmung von Maßnahmen zur Konkretisierung erster Projektschritte gemacht. Dies geschieht mit verschiedenen Partnern, unter anderem der Unfallkasse Rheinland-Pfalz.

Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz unterstützt das Projekt mit ihrem Know-How.

„Maßnahmen, welche die Gesundheit der Menschen fördern, sind stets zu begrüßen“, so Manfred Breitbach, Geschäftsführer der Unfallkasse Reinland-Pfalz. „Ich bin überzeugt, dass die Ausweisung eines Kur- und Heilwaldes ein wertvoller Baustein dafür sein kann, dass die Menschen eine Unterstützung für ihre individuelle Gesundheit auch dank der natürlichen Ressource Wald erfahren. Davon werden alle Menschen, egal ob als Versicherte der Unfallkasse Rheinland-Pfalz oder als Privatperson, gleichermaßen profitieren. Deshalb haben wir das Vorhaben gerne auch dadurch unterstützt, dass wir unsere Expertise aus den Fragen zu beruflicher Sicherheit und Gesundheit im Forst im Rahmen einer Ortsbegehung mit eingebracht haben.“

„Das für den Kur- und Heilwald ausgewählte Waldgebiet eignet sich aufgrund seines Reichtums an alten Eichen und Buchen sowie seiner abwechslungsreichen Vegetation hervorragend. Dies ist dem seit nun schon 30 Jahren währenden Bekenntnis der Stadt zu einer naturnahen Waldbewirtschaftung zu verdanken“, erklärt Lahnsteins Forstamtsleiter Andreas Nick.

Auch Forstamtsleiter i.R. Hans-Leo Cremer, Dr. Jörg Henning, das Medizinische Zentrum Lahnhöhe, die Malberg-Kliniken, das Bundeswehr-Zentralkrankenhaus und die Gesellschaft für Gesundheitsberatung sind mit in dem Projekt involviert.

„Als Schwerpunkte bieten sich nicht zuletzt durch Beteiligung der medizinischen Partner die Therapiecluster Psychiatrie, Psychosomatik, Orthopädie, Pulmonologie, Schmerztherapie, Onkologie,  Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hals-, Nasen- Ohrenerkrankungen, Immunologie, Adipositas, Kindermedizin und Ernährungsmedizin an“, erklären Cremer und Dr. Henning.

Lahnsteins Oberbürgermeister Peter Labonte freut sich „dass wir für unser ambitioniertes Projekt so viele engagierte Partner finden konnten. Der Kur- und Heilwald bietet aufgrund seiner Beschaffenheit einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen.“