09. August 2019 Kategorie: Pressemitteilungen

Vor 50 Jahren: Die evangelische Gemeinde Friedland wird selbstständig


Lahnstein. Die intensive Bebauung im Ortsteil Friedland entstand in den 1950er Jahren durch Verkauf des Geländes an die Evangelische Baugemeinde Oberlahnstein e.V. und hatte in der Behebung der Wohnungsnot ihre Ursache. Mit Hilfe der Gemeinnützigen Siedlungsgemeinschaft des Ev. Hilfswerkes der Landeskirche Hessen und Nassau wurden in Selbsthilfe Häuser für ca. 600 Personen errichtet. Bei den ersten Bewohnern handelte es sich vornehmlich um Flüchtlinge und Spätaussiedler mit evangelischer Konfession aus Ostpreußen und Schlesien.
Die Protestanten gehörten zur Kirchengemeinde Oberlahnstein, von der sich erst 1956 Niederlahnstein losgelöst hatte. Die Friedrichssegener Evangelischen gehörten zur Kirchengemeinde in Frücht, ebenso wie Miellen und Nievern. Dort war die Anzahl der Gemeindemitglieder rückläufig. Da die Messzahl für eine Pfarrstelle bei 1000 lag, wurde auf Vorschlag des Dekans Hans Strack Friedland zum 1. Januar 1969 aus der Evangelischen Kirchengemeinde Oberlahnstein ausgepfarrt und mit Frücht pfarramtlich verbunden.

Mit der Gründung einer eigenen Kirchengemeinde wurde Friedland eine bessere geistliche Versorgung vor Ort in Aussicht gestellt, wie Gemeindehaus und Kindergarten. Nach der Wahl eines eigenen Kirchenvorstandes im Mai 1969 wurde noch im Herbst des Jahres ein Haus in der Martin-Luther-Straße für die Aktivitäten angemietet. Ein eigener Chor und Posaunenchor wurden gegründet. Im April 1973 wurde der Kindergarten eröffnet und im September 1973 das Gemeindehaus. Besonders geprägt wurde das Gemeindeleben durch die „Missionsgemeinschaft Jesus“, heute e. V. Frücht, die besonders Jugendliche als Zielgruppe hatte. So gab es damals in Friedland neben dem Kindergottesdienst eine CVJM-Jungschar und Mädchenschar, einen Gitarrenchor und einen Jugendbibelkreis.
1976 und 1977 wurde gemeinsam mit der katholischen Gemeinde auf dem Campingplatz Seelsorge betrieben. Pfarrer Rudolf Stahl bot darüber hinaus eine intensive ökumenische Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchengemeinde an, die das evangelische Gemeindehaus auch für katholische Vorabendmessen nutzte.
Seit 1977 werden in Friedland Feste gefeiert, zunächst jährlich, inzwischen im Zwei-Jahresrhythmus. Diese Feierlichkeiten sind zu einer schönen Tradition geworden und werden nicht nur von Friedländern, unabhängig von ihrer Konfessionszugehörigkeit, gern angenommen. Die nächste Veranstaltung findet  am Samstag, den 24. August 2019, ab 14.00 Uhr im Gemeindehaus in Friedland statt.

Mit der Pensionierung von Pfarrer Rudolf Stahl 1993 wurde die Verbindung mit Frücht damals aufgelöst und mit gleichen Datum eine halbe Pfarrstelle für Friedland begründet. Stahls Nachfolger als für Friedland zuständige Pfarrer waren Pfarrvikar Götz van Riesen, Werner Sowitzki (zugleich Lahnklinikseelsorger), Pfarrer Achim Weber (zugleich Bad Ems), Pfarrer Christoph Haxel-Schamuhn (zugleich Niederlahnstein). Seit 2006 ist Pfarrerin Yvonne Fischer mit einem Teil ihres Dienstauftrages (Oberlahnstein II) für die Kirchengemeinde Friedland zuständig.

Eine ausführliche Darstellung, verfasst von Herrn Uwe Hinterwäller, ist im neuesten Gemeindebrief zu finden, der in allen evangelischen Kirchen, Gemeindehäusern und Kindergärten zum Mitnahme ausliegt.


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