12. April 2019 Kategorie: Pressemitteilungen

Lahnstein in den Siebziger Jahren

Neuer Status bringt Aufgaben mit sich

Bau der Hochbrücke im Vorschubverfahren, 1979 (Foto: Willi Eisenbarth)

Lahnstein. Das erste Jahrzehnt der jungen Stadt Lahnstein wurde geprägt von gewaltigen Veränderungen.
Die zum 1. Januar 1970 wirksam gewordene Rechtsstellung von Lahnstein als große kreisangehörige Stadt erweiterte die Zuständigkeiten der Stadtverwaltung auf dem Gebiet des Bauwesens, Straßenverkehrswesens und der Gewerbepolizei. Der damalige Oberbürgermeister Rolf Weiler resümierte in der letzten Stadtratssitzung im Dezember 1970, dass sich diese „zum Vorteil und Nutzen der Bürger ausgewirkt haben.“
Die B 42 verlief noch über Adolfstraße, Brückenstraße und Bahnhofstraße. Während das ganze Jahrzehnt an der Umgehungsstraße gebaut wurde, konnte diese abschnittsweise in Oberlahnstein (1974) und Niederlahnstein (1977, Anbindung an die B 260) und endgültig mit Fertigstellung und Inbetriebnahme der Hochbrücke am 30.11.1979 eröffnet werden.
Zur Verkehrssicherheit diente die 1974 eingeführte Einbahnstraßenregelung für Niederlahnstein, die bis heute praktiziert wird. Auch wurde 1970 der erste Parkautomat aufgestellt.

Die ersten Jahre nach der Vereinigung waren geprägt von der Vereinheitlichung des Ortsrechts und der Verbesserung der Infrastruktur. Eine Sonderregelung des Landesfinanzausgleichs für zusammengelegte Städte bescherte bis einschließlich 1979 jährlich 1,3 Millionen DM zusätzlich.

Die bedeutendsten Baumaßnahmen in den 1970er Jahren waren die Fertigstellung des Kurzentrums mit Hotel, Thermalbad, Wohnpark, Tennispark (alle 1973), Kurklinik (1975), Stadthalle (1973), Hallenbad (1976), Jugendzentrum (1979), Neuer Friedhof auf dem Allerheiligenberg (1971), Gemeindehaus Friedland (1972), Jugendheim Friedrichssegen (1972), Kläranlage Friedrichssegen (1973) und der Ausbau der K 68 (Rheinhöhenweg). Großturnhallen entstanden für das Johannesgymnasium und für das Schulzentrum am Oberheckerweg. Am Europaplatz wurde ein Pfarrzentrum mit Kindergarten errichtet (1978). Das Martinschloss wurde nach Verkauf von privater  Hand umgebaut (1976).

Stadthalle und Dorint-Hotel sorgten für eine Vervierfachung der Übernachtungszahlen. So wurden 1976 über 177.000 Übernachtungen in den 32 Beherbergungsbetrieben plus 120.000 Campinggäste gezählt. In der Stadthalle fanden im Jahr 1977 genau 229 Veranstaltungen statt, darunter Tagungen, Bälle, 12 Ausstellungen, 11 Discopartys. 29 Sonderzüge der Bundesbahn sorgten für 15.120 zusätzliche Besucher. Ganze 62 Kegelclubs kegelten regelmäßig in der Stadthalle. Auch bot das „Verkehrsamt“ (heutige Touristinformation) Angebote für Schulklassenfahrten an, die äußerst erfolgreich angenommen wurden.

Neue Baugebiete wurden auf dem Martinsberg und in der Kleinen Hohl erschlossen. Die Stadt war Bauträger für drei Kindergärten, die 1973 in der Siedlung Friedland sowie 1978 am Europaplatz und am Kastanienplatz eröffnet wurden. Weitergeführt wurden die Altstadtsanierungen in Oberlahnstein und Niederlahnstein, dem zahlreiche Altbauten zum Opfer fielen. Der allgemeine Geburtenrückgang sorgte für eine Reduzierung der Einwohnerzahl.
In der Verwaltung begann die Rationalisierung durch Umstellung des gesamten Steuer- und Abgabenwesens auf die elektronische Datenverarbeitung (EDV).

Mitte der 1970er Jahre traf die Rezession auch Lahnstein: die Schließung der Maschinenfabrik Otto Kaiser mit dem Verlust von 140 Arbeitsplätzen konnte zwar durch die Ansiedlung des GLOBUS-Warenhauses auf dem Gelände (1976) wettgemacht werden, doch war in vielen Betrieben Kurzarbeit angesagt. Der Stadtrat investierte und schnallte den Gürtel enger; fast immer gelang der Haushaltsausgleich. Die Arbeitslosenquote lag mit 3,3 % (1978) vergleichsweise niedrig.
Der Verkehrsverein führte ab 1976 jährlich im Herbst als Werbemaßnahme für den Einzelhandel die Veranstaltung „Lahnsteiner Schaufenster“ in der Stadthalle durch, wo sich die Gewerbebetriebe präsentieren konnten.

Stadthalle und Kurzentrum machten Lahnstein weit über die Grenzen des Rhein-Lahn-Ecks bekannt, auch über Rundfunk und Fernsehen wurde Lahnstein als attraktiver Tagungsort etwa für Landesparteitage und als Erholungsort gepriesen. Bundesweit bekannt wurde Lahnstein auch durch die Fernsehsendung „Spiel ohne Grenzen“, die 1978 auf dem Sportplatz „Kränchen“ und nach erfolgreicher Qualifizierung in Zemun/Jugoslawien aufgezeichnet wurde.


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