14. März 2019 Kategorie: Pressemitteilungen

100 Jahre Frauenwahlrecht

Auch in Lahnstein war es kein leichter Weg für das „schwache Geschlecht“

Bürgermeisterin Gabi Laschet-Einig neben Oberbürgermeister Peter Labonte bei dessen Wiederwahl im Jahr 2006. (Foto: Stadt Lahnstein)

Lahnstein. Auch wenn Frauen in Deutschland seit 1919 das aktive und passive Wahlrecht besitzen, sind nur wenige Frauen in Lahnstein politisch aktiv geworden. Lediglich vier bis fünf der 32 Mandate im Lahnsteiner Stadtrat seit 1969 waren durchschnittlich in Frauenhand, noch weniger waren es in den Stadträten von Nieder- und Oberlahnstein vor der Zusammenlegung. Erst im aktuellen Stadtrat sind mit acht Frauen 25 % der Mandatsträger weiblich.

Bei den ersten freien Wahlen zum Stadtparlament am 19.10.1919 (70% Wahlbeteiligung) wurden in Oberlahnstein und in Niederlahnstein jeweils zwei Frauen in die 24 Mitglieder zählende Stadtverordnetenversammlung gewählt. In Oberlahnstein waren dies die kaufmännische Angestellte Anna Müller von der Zentrumspartei und Katharina Diehl von der SPD. In Niederlahnstein wurden Maria Bodenbach von der SPD sowie Olga Habbel von der „Vereinige Volkspartei und Deutschdemokraten“ gewählt. Fünf Jahre später war Adele Hahn vom Zentrum die einzige weibliche Vertreterin in Niederlahnstein,  in der Oberlahnsteiner Stadtverordnetenversammlung saßen nur Männer. Bei den Kommunalwahlen 1929, 1930 und 1933 schaffte keine Frau den Einzug - die meisten Parteien stellten keine Frauen auf. Bei Zentrum und Sozialdemokraten belegten sie hintere Listenplätze, weder Panaschieren noch Kumulieren war möglich.

Die Einstellung einiger Lahnsteiner haben diese auf ihrem Stimmzettel notiert, die dann für ungültig erklärt wurden. So schrieb ein Niederlahnsteiner 1919: „Solange die Weiber und die Lausbuben mitwählen, geschaffen für den sozialdemokratischen Stimmenfang, wähle ich nicht mehr!!! Ein ehr- und friedsamer Bürger.“ Auch in Oberlahnstein hat sich ein Wähler in Reimform geäußert: „Ich wähle weder schwarz noch rot, sie können uns nicht helfen, der Preuß ist für immer tot. Ich wähle auch nicht eine Frau, das sag ich frei heraus, denn zieht sie ein ins Parlament, sieht`s arg schlecht aus im Haus. Die Frau gehört, wie`s immer war, ins Haus an den Herd zurück, denn nur dies bedeutet immerdar des Hauses höchstes Glück.“

Im Oberlahnsteiner Stadtrat waren in den Legislaturperioden von 1946 bis 1969 unter den 25 Mandatsträgern zwischen 1 und 3 Frauen Mitglied im Stadtrat: Diese waren Margot Pies (CDU 1946-1952), Elli Fassbender SPD 1946-1948), Anna Müller (CDU 1947-1948), Agnes Stephan (SPD 1948-1949), Margarete Jäger (CDU 1952-1960), Anneliese Lessing (CDU 1952-1956), Christel Brühl (CDU 1960-1965), Margot Lauschke (SPD 1964-1969) und Dorothea Clostermann (SPD 1963-1969).

Im Niederlahnsteiner Stadtrat saßen erst ab 1956 Frauen im Stadtrat, nämlich
Maria Eberhard (CDU 1956-1969), Christel Dombo (SPD 1960-1969) und Maria Ohms (SPD 1964-1969).

Seit der Zusammenlegung zur Stadt Lahnstein am 7.6.1969 waren bzw. sind folgende Mitglieder des Stadtrates Frauen: Maria Jachmich (CDU 1969-1994), Hermine Jäger (CDU 1974-1984), Käthe Steil (SPD 1969-1974), Margot Lauschke (SPD 1969-1975, ÖDP 1975-1979), Ingrid Barkhausen (SPD 1974-1984), Christa Happe (CDU 1987 April - 1979), Marga Lessing (CDU 1979-1984), Beatrice Schnapke-Schmidt (Grüne 1984-1999, FBL 1999 Jan. - Juni, Grüne 2004-2014), Brunhilde Köhler (SPD 1988 April - 1994), Helene Hohenbild (CDU 1989 April-Juli), Margot Nienkämper (1989-1992), Gabi Laschet-Einig (SPD 1989-1999, 2009-2019), Marlies Ströder (SPD 1989-2004), Andrea Schröder (CDU 1994-2008), Monika Arnold (SPD 1994-1999), Sieglinde Bornschier (SPD 1994-2019), Gisela Herz (SPD 1997-1999), Anita Groß (CDU 1999-2009), Stephanie Kleine (CDU 2009-2011), Melanie Scheeben (CDU 2008 Nov.- 2019), Jutta Bugiel (FBL 2009-2013), Bärbel Duck (CDU 2011-2019), Jutta Krekel (CDU 2014-2019), Sabine Steffens (CDU 2014-2019), Jutta Niel (Grüne 2014-2019) und Stephanie Muno-Meier (ULL 2014-2019).

An der Stadtspitze „regierten“ bisher nur Männer. 1999 bekam Lahnstein zum ersten Mal mit Gabi Laschet-Einig eine ehrenamtliche Bürgermeisterin (1999-2009) und seit 2014 mit Beatrice Schnapke-Schmidt eine weibliche Beigeordnete.


pornpremium.orghardx.org