27. Dezember 2018 Kategorie: Pressemitteilungen

Vor 25 Jahren: „Land unter“ am Rhein-Lahn-Eck


Johannesstraße vor der gesperrten Brückenauffahrt nach Oberlahnstein (Foto: Walter Faust); THW-Einsatz von Halbpontons in der Johannesstraße (Foto: Dieter Bröder)

Lahnstein. Es war ein Weihnachten, an das sich viele betroffene Lahnsteiner ewig erinnern werden. Und betroffen waren rund 4.000 Mitbürger, vor allem im Ortsteil Niederlahnstein. Das Rhein-Lahn-Eck kämpfte wie alle Orte am Mittelrhein mit gewaltigen Wassermassen und deren Hinterlassenschaften. Während am Pegel Kaub mit 8,19 m im Jahre 1988 der Höchststand für das 20. Jahrhundert gemessen wurde, brach in Lahnstein das Weihnachtshochwasser 1993 - wie auch am Pegel Koblenz - alle Rekorde. Der Wasserstand vom 23.12.1993 (Pegel Koblenz 9,52 m) war der höchste seit 1882 und auch der höchste des 20. Jahrhunderts, wie wir heute wissen. Zwei Tage zuvor hatte der Landrat des Rhein-Lahn-Kreises den Katastrophenfall für den Raum Lahnstein festgestellt.

Das Wasser war sehr schnell angestiegen, so dass manch einer überrascht wurde. Der Grund war die Beeinflussung des Rheines durch ein zeitgleich großes Hochwasser der Mosel. Diese Beeinflussung durch die Mosel (Rückstau) ist wohl auch Ursache dafür, dass das Hochwasser in Niederlahnstein im Jahre 1882 niedriger ausfiel als 1993. In Oberlahnstein war es umgekehrt, denn je weiter rheinaufwärts, umso weniger ist die Beeinflussung des Rheinpegels durch die Mosel spürbar.

Bei diesem Naturereignis spiegelte sich erstmals die Pfarrkirche St. Barbara in den Fluten des Rheins. Bis zur Ecke Bergstraße und zur unteren Neugasse standen Keller unter Wasser. Auch kam es zu vielen Ölunfällen. Vor den Eingängen des Warenhauses „Globus“ standen Sandsäcke statt Kunden. Selbst die Straßenbrücke, die Ober- und Niederlahnstein verbindet, musste gesperrt werden. Bis auf ein Minimum schmolz die Differenz zwischen Wasseroberfläche und Brücke. Durch das Treibgut, das die Flut mit sich führte, entstand eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Brücke. Rund um die Uhr waren täglich rund 250 Helfer im Einsatz, deren Zusammenarbeit bestens funktionierte.
Das THW setzte Halbpontons für den Personentransport ein. Dank des unermüdlichen Einsatzes der Hilfskräfte und der Unterstützung zahlreicher Bürger konnten die verheerenden Auswirkungen gemeistert werden. Die Bewohner der Mark schenkten den hilfsbereiten Soldaten als kleines Dankeschön einen Weihnachtsbaum.

Nach dem Leerpumpen mit Spezialpumpen des THW folgte das große Reinemachen. Für die Aufräumarbeiten wurden Großfahrzeuge eingesetzt, um all das Geröll und den Unrat zu beseitigen.

Einige besorgte Bürger gründeten 1994 eine Hochwassernotgemeinschaft, um auf den Hochwasserschutz zu drängen, aber auch betroffenen Bürgern mit ihrem Wissen zur Hilfe zu stehen.

Weitere nennenswerte Hochwasser traten im Januar 1920, Januar 1926, Januar 1948, Februar 1970, April und Mai 1983, März 1988 und Januar 1995 auf.

Vor fünf Jahren hat das Stadtarchiv Lahnstein den Bildband „Hochwasser in Lahnstein“ erstellt, der noch im Buchhandel erhältlich ist.  Auf 150 Seiten werden über 250 Fotografien sachkundig kommentiert. Der Blick zurück soll erinnern und ermahnen, dass die Natur immer wieder zuschlägt, aber auch, wie die betroffenen Menschen damit lernen umzugehen und ihnen durch die Mitbürger geholfen wird.

Auch die Kölner Altstadt versank zu großen Teilen im Wasser. Das WDR-Fernsehen zeigt eine Dokumentation am 21.12.2018 um 20.15 Uhr.


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