Märkerhöfe & Bürgerhäuser des 18.-20. Jahrhunderts

Im Mittelalter prägten mehrere prächtige Adelssitze den Ort Niederlahnstein. Hier residierten die Märker, Adlige niederen Ranges, die sich auf den benachbarten Burgen als Burgmannen verpflichtet hatten, um diese zu bewachen und in Kriegszeiten zu verteidigen.
Als Gegenleistung für ihre treuen Dienste wurden die Märker von den jeweiligen Burgherren mit Lehen und weitgehenden Rechten ausgestattet. In ruhigen Zeiten lebten sie auf ihren Höfen in Niederlahnstein. Da der Ort selbst weder Burg noch Stadtmauer besaß, umgaben sie ihren Besitz mit einer eigenen wehrhaften Mauer, um ihre Macht zu demonstrieren und Gesindel fernzuhalten.

Nassau-Sporkenburger Hof

Der steinerne dreigeschossige Massivsteinbau mit Fachwerkobergeschoss, steinernen Giebeln und hohem Satteldach stammt aus dem 14. Jahrhundert. An der Südseite befindet sich ein vorgesetzter achteckiger Treppenturm mit wappengeschmücktem Portal. Zwischen 1527 und 1606 der Märkerhof der Herrn von Nassau-Sporkenburg, befindet sich hier seit 1998 die Städtische Bühne Lahnstein, die sehr schnell zu einem kulturellen Zentrum der Region geworden ist. Im Foyer des Theaters sind jährlich wechselnde Ausstellungen heimischer und überregionaler Künstler.

Dietkirchener Hof (Heimbachhaus)

Dieses zwischen 1170 und 1190 erbaute romanische Wohnhaus in der Heimbachgasse gehört zu den zehn ältesten Wohnhäusern Deutschlands. An den Giebeln sind die romanischen Fenster noch erhalten, im Innern befinden sich ein tonnengewölbter Keller und eine barocke Wendeltreppe.

Löhnberger Mühle

Als der Berliner Mühlenbaumeister C. Ehrenberg unmittelbar am Rhein nahe der Grenze zu Horchheim eine Roggenmühle errichtet hatte, war ein imposanter Industriebau entstanden, dessen Formen "einen vornehmen Spätklassizismus atmeten, der seine Berliner Herkunft nicht verleugnen kann. Letztlich sind es sogar Schinkelbauten gewesen,...die Vorbildcharakter getragen haben. Somit ist der Bogen...von der Löhnberger Mühle zum schräg gegenüber liegenden Schloss Stolzenfels geschlagen". Die aus Backsteinbauten bestehende Gesamtanlage entstand zu Ende des 19. Jahrhunderts und befindet sich in der Didierstaße.

Jakobushäuschen

Das kleine Fachwerkhäuschen mit steinernem Erdgeschoss wurde um das Jahr 1750 erbaut und befindet sich in der Altgasse. Der Eigentümer, Ehrenbürger Johannes Knauf, ließ das Haus 1979 renovieren. Im Zuge der Renovierung wurde es vom Braubacher Maler Erich Senz mit Jakobuspilgern und einer Inschrift um Gedenken der Wallfahrt nach Santiago de Compostela versehen.

Astudin-Haus

In diesem 1915 erbauten Fachwerkhaus mit Erker lebten der russische Kunstmaler Nicolai von Astudin und seine Frau, die Tiermalerin Johanna von Astudin-Meinecke. Astudins berühmte Rheinlandschaften wurden als Postkarten veröffentlicht. Bis 1915 lebte das Künstlerpaar in der Gymnasialstraße 11 in Oberlahnstein. Die Lust am Malen beflügelte Astudin zu seinen Collagen "Von Mainz bis Köln" und zu "Lahnstein bis Marburg".

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Theatergenuss

Die Städtische Bühne Lahnstein im historischen Nassau-Sporkenburger Hof bietet Ihnen das ganze Jahr über verschiedene Produktionen im Kinder-, Jugend- und Erwachsenentheaterbereich.