07. Juli 2017 Kategorie: Pressemitteilungen

Seit 25 Jahren verschönern Bronzefiguren den Ouahigouya-Platz

Skulptur zeigt „Zwei Welten“

„Zwei Welten“- Figurengruppe auf dem Ouahigouya-Platz (Foto: Stadtarchiv Lahnstein)

Lahnstein. Der neu angelegte Platz an der Kirchstraße entstand nach Abriss des ehemaligen Rhein-Hotels, das sich bis 1982 zwischen Pfarrgasse und Martinskirche befand. Zunächst wurde die bepflanzte Freifläche mit Sitzgelegenheiten und einem schwarzen Kugelbrunnen versehen. Am 20. Juli 1992 erhielt der Platz offiziell auf Beschluss des Stadtrats den Namen von Lahnsteins Partnerstadt in Burkina Faso, „Ouahigouya-Platz“. Zwei Bronzefiguren wurden aufgestellt, die ein europäisches und ein afrikanisches Kind bei der ersten Begegnung darstellen sollen. So stellt die eine Figur einen wohlgenährten Jungen aus Europa dar, der eine Banane isst uind ein Buch liest. Die andere Figur zeigt ein unterernährtes afrikanisches Mädchen, das einen Benzinkanister in der Hand hält und auf dem Kopf einen Bündel Reisig transportiert. „Mit ihrer Aufstellung an einem belebten Ort“, so Oberbürgermeister Karl-Heinz Groß am 21. Juli 1992 anlässlich der Übergabe der Figurengruppe, „weisen wir jeden auf die ungerechte Verteilung der Güter dieser Welt hin und mahnen zur Hilfe.“ Bei der Platztaufe war eine Delegation aus Ouahigouya zugegen. Ermöglicht wurde die Errichtung des Brunnens durch eine Spende des Kinderarztes und Lahnsteiner Ehrenbürgers Dr. Hans Nohr (1920-2005), der ehrenamtlich für Hilfsorganisationen der Bundesrepublik Deutschland in der sogenannten Dritten Welt, vor allem in den Slums von Manila auf den Philippinen, wirkte.

Die Partnerschaft mit der afrikanischen Stadt hatte bei ihrer Gründung 1978 Modellcharakter, denn in der Bundesrepublik war eine Dritte-Welt-Partnerschaft zu diesem Zeitpunkt noch wenig verbreitet. In den 39 Jahren ihres Bestehens erreichten unzählige Hilfslieferungen ihren Zielort, die „Hilfe zur Selbsthilfe“ ermöglichten. Symbolträchtig ist der Brunnen deshalb auch: In Lahnstein ist Wasser etwas Selbstverständliches, nicht so in Lahnsteins afrikanischer Partnerstadt. Wegen ihrer Umweltprojekte in Burkina Faso und vielfältigen partnerschaftlichen Hilfen für Ouahigouya erhielt Lahnstein vom Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ) Bonn die Europa-Medaille verliehen.

Geschaffen wurde die Figurengruppe von Fritz Berlin (1924-1997), dem ehemaligen Bürgermeister von Oberlahnstein, der nach seiner Pensionierung als Bildhauer in der Region wirkte.