31. Juli 2017 Kategorie: Pressemitteilungen

Vor 200 Jahren wurde Herzog Adolph von Nassau geboren

Namensgeber der Adolfstraße machte zweimal „Karriere“

Herzog Adolph 1866 mit der Textzeile „Zum Andenken an den 8. September 1866“ (Tag der Abdankung als Herzog von Nassau) und seiner Unterschrift „Adolph“. (Slg. Stadtarchiv Lahnstein)

Lahnstein. Die Adolfstraße in Lahnstein trägt ihren Namen bereits seit 1863, als neue Straßennamen vergeben wurden. Damals regierte Adolph I. als Herzog von Nassau. Sein Herzogtum bestand von 1806 bis 1866 und erstreckte sich über Westerwald und Taunus von Herborn bis zur Landeshauptstadt Wiesbaden, an der Lahn von Niederlahnstein bis Weilburg.

Adolph wurde am 24. Juli 1817 als drittes Kind von Herzog Wilhelm und Herzogin Louise von Nassau in Biebrich geboren. Er war der langersehnte Thronfolger, denn die älteren Geschwister - zwei Mädchen - waren nicht thronberechtigt. Als künftiger Landesherr wurde er von Privatlehrern streng erzogen, die ihm einen „übermäßigen Hang, immer den eigenen Willen oder die eigene Meinung geltend zu machen“ nachsagten. Nach dem Tod des Vaters bestieg Adolph mit 22 Jahren am 21. August 1839 den Thron. 1844 heiratete er die Großfürstin Michailowna von Russland. Diese starb kurz nach dem Tod der erst neugeborenen Tochter. 1848 brachen auch politisch mit der Märzrevolution und den Aufständen schwere Zeiten für den Herzog an. Nach seiner zweiten Hochzeit 1851 mit Prinzessin Adelheid Marie zu Anhalt-Dessau bekam das Paar fünf Kinder. 1864 feierten sie das 25-jährige Thronjubiläum.
Zwei Jahre später hielt der ultrakonservative Herzog im preußisch-österreichischen Krieg zu Österreich. Dieses verlor die Schlachten. Bismarck entschied die Einverleibung des Herzogtums Nassau ins Königreich Preußen. Die nassauische Regierung wurde abgesetzt, ein preußischer Landrat trat an die Spitze der herzoglichen Verwaltung. Adolph musste abdanken und sein Schloss in Biebrich verlassen. Denkwürdig war die Abschiedsparade in Günzburg am 8. September 1866, wo Adolph den letzten Tagesbefehl verlas. Unter Tränen nahm er Abschied von seiner treuen nassauischen Armee.

Nach der Entmachtung lebte Adolph lange Zeit in Wien, bis er 1889 aufgrund einer Erbklausel in der Verfassung zum ersten Mal Großherzog von Luxemburg wurde. Da sich aber Großherzog Wilhelm III., dessen Nachfolge er antreten sollte, wieder erholte, musste Adolph das Land wieder verlassen. Erst ein Jahr später wurde er dann zum zweiten Mal Großherzog und durfte nun das Prädikat „Königliche Hoheit“ führen. 1903 dankte er zugunsten seines Sohnes ab und lebte auf seinem Schloss Hohenburg in Oberbayern. Am 17. November 1905 verstarb er im Kreise seiner Familie. Begraben wurde er in der Nähe seines Schlosses Hohenburg. 1953 veranlasste der Luxemburger Hof die Umbettung des Leichnams in die Fürstengruft nach Weilburg.

So erinnert heute der Name der Lahnsteiner Adolfstraße an den letzten nassauischen Landesherrn und zugleich Ururgroßvater des heutigen Luxemburger Großherzogs Henri.