02. August 2017 Kategorie: Pressemitteilungen

Gemälde von Franz Molitor gesucht

Ausstellung zum 90. Todestag des Lahnsteiner Künstlers geplant

Das Gemälde von Molitor zeigt die Wenzelskapelle. (Slg. Stadtarchiv Lahnstein)

Lahnstein. In Lahnstein lebten zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschiedene Künstler, die heute fast in Vergessenheit geraten sind. Neben Nikolai und Johanna Astudin, Karl Pott, Fritz Riemenschneider und Franz Xaver Herrmann ist Franz Molitor zu nennen, der 1897 nach Oberlahnstein zog und hier bis zu seinem Tod 1928 lebte. Der Lahnsteiner Arzt und Kunstinteressierte Dr. Othmar Gehling möchte zusammen mit dem Stadtarchiv Lahnstein eine Ausstellung über Molitor organisieren.

Es werden daher Gemälde oder Skizzen von Molitor zur Ausleihe für die Ausstellung gesucht. Wer entsprechende Exponate besitzt und bereit ist, diese zur Verfügung zu stellen, wird gebeten, sich bei Stadtarchivar Bernd Geil (Telefon: 02621 914-296, E-Mail: archiv@lahnstein.de) oder bei Dr. Othmar Gehling (Telefon: 02621 6650) zu melden. Die Angaben werden vertraulich behandelt. Wenn genügend Bilder zusammengetragen werden können, soll im nächsten Jahr in Lahnstein eine Ausstellung zum Leben und Wirken Molitors stattfinden.

Im Nachruf schrieb die Presse zu Franz Molitor: „Er war ein gesuchter Portraitmaler und seine Bilder legen Zeugnis ab von jener alten Schule, in welcher nicht der Abhub der Palette für Kunst galt wie vielfach heute.“ Die künstlerische Begabung wurde ihm schon in die Wiege gelegt, wurde er doch als Sohn des Historien- und Bildnismalers Peter Molitor am 17. August 1857 in Koblenz-Stolzenfels geboren. Zunächst lebten und arbeiteten beide in Düsseldorf, wo Franz Molitor an der Akademie studierte. Sie malten Altarbilder, Portraits, Stillleben und Historienbilder sowie Illustrationen zu Gebetbüchern.

Peter Molitor, geboren 1821 in Koblenz, lebte nur ein Jahr in Lahnstein, wo er 1898 starb. Er war unter anderem Porträtmaler. Vor allem ist er bekannt durch seine kirchlichen Arbeiten. Er schuf Wandbilder für die Maximilianskirche in Düsseldorf oder die Jesuitenkirche in Koblenz. Sein „Meisterstück" ist die Ausmalung der Wallfahrtskirche in Koblenz-Arenberg - eine Gemeinschaftsarbeit mit dem Maler Johann Heinrich Lange.

Auch Peter Molitors Sohn Franz betätigte sich als Porträtmaler, malte aber vor allem Stillleben und Landschaften. 1897 zog er gemeinsam mit seinem Vater in die Wilhelmstraße 14. Franz Molitor wählte immer wieder Motive aus seiner Heimat, etwa die Wenzelskapelle oder den Spießborn. Und er illustrierte als treuer Helfer von Professor Bodewig viele wissenschaftliche Veröffentlichungen. So leitete er im Jahr 1914 die künstlerische Ausschmückung des damals neu erbauten Bodewigmuseums. Unter anderem stiftete er für den Vorraum einige Ölgemälde von Lahnstein und Umgebung. Er starb am 19. Juli 1928 im Ehrenbreitsteiner Krankenhaus. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Alten Friedhof in Oberlahnstein.