19. Januar 2018 Kategorie: Pressemitteilungen

Gedenkstein für Turnvater Jahn hat ein neues Gesicht

Bronzeplakette wurde nach 40 Jahren durch Nachbildung ersetzt

Freuen sich über das wieder hergestellte Denkmal zu Ehren von Turnvater Jahn, v.l.n.r. Stadtarchivar Bernd Geil, TVN-Vorsitzender Jürgen Rosenthal, Oberbürgermeister Peter Labonte. (Foto: Helmut Pfaff/Stadtverwaltung Lahnstein)

Lahnstein. Mancher wird sich vielleicht gefragt haben, warum ein überdimensionaler Stein aus Basalt neben dem Spielplatz zwischen Johanniskirche und Wohnmobilpark „Am Kränchen“ steht. Dies war nicht immer so, denn 1977 wurde er seines Schmuckes beraubt. Es handelt sich um einen Gedenkstein, den der Turnverein Niederlahnstein am 11. August 1928 zu Ehren des Initiators der deutschen Turnbewegung Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) – auch „Turnvater Jahn“ genannt - errichten ließ. Hierauf befanden sich zwei Bronzetafeln mit dem Brustbild des Turnvaters und seinen Lebensdaten.

Von Jahn, der 1811 in Berlin eine Turnschule gründete, stammt der Wahlspruch aller Turner „Frisch, fromm, fröhlich, frei.“ Die von ihm geweckte patriotische Begeisterung der Turner wurde vom preußischen Staat 1819 als staatsgefährdend eingestuft. Jahn wurde gefangengesetzt, später freigesprochen, aber bis 1840 unter Polizeiaufsicht gestellt. Die Deutsche Turnerschaft sah in ihm den Gründer und Vorkämpfer des Turnwesens und verehrte ihn im ganzen Deutschen Reich und auch noch in der Nachkriegszeit, wie ein ähnliches Denkmal in den Oberlahnsteiner Rheinanlagen beweist.

Zum 150. Geburtstag setzte ihm der Turnverein Niederlahnstein (TVN) diesen Gedenkstein an einem freien Platz an der Ecke Langgasse/Im Flürchen. Zugleich wurde eine Jahneiche gepflanzt. Die Stadt Niederlahnstein taufte den Platz offiziell in „Jahnplatz“. Die Einweihungsfeier fand mit großem Festprogramm unter Beteiligung zahlreicher Vereine statt. 1951 wurde der Stein auf Antrag des TVN an den heutigen Standort versetzt, weil der Jahnplatz bebaut wurde. Am neuen Standort grüßte das Brustbild Jahns viele Jahre die Lahnsteiner und ihre Gäste. 1977 wurden die Bronzeplaketten über Nacht gestohlen. Eine Anzeige der Turngemeinde bei der Polizei verlief ergebnislos.

Oberbürgermeister Peter Labonte und der TVN-Vorsitzende Jürgen Rosenthal haben nun dafür gesorgt, dass der blanke Stein wieder zu einem Denkmal wird. Steinbildhauer Norbert Rösner wurde mit der Anfertigung einer neuen Plakette beauftragt. Als Vorlage diente eine alte Ansichtskarte aus dem Lahnsteiner Stadtarchiv. Die neue Plakette ist aus weißem Sivic-Marmor gefertigt und entspricht in etwa der alten Plakettengröße. Unter dem Brustbild des Turnvaters wurde der Name „Fr. L. Jahn“ signiert und auf einer Schiefertafel der historische Hintergrund angegeben: „Errichtet vom Turnverein Niederlahnstein e.V. 11.8.1928“. Die Tafel ist zum Schutz gegen Verschmutzungen mehrfach imprägniert. Die Stadt Lahnstein und der TVN teilen sich die Kosten der Neugestaltung.