15. Mai 2017 Kategorie: Pressemitteilungen

Ausstellung zur königlich-preußischen Zeit in Lahnstein

Stadtarchiv präsentiert vom 24. bis 28. Mai in der Hospitalkapelle

Preußische Pickelhaube vor dem Stadtmauerhäuschen (Foto: Michael Eisenbarth)

Lahnstein. Nach der Ausstellung zur nassauischen Ära im vergangenen Jahr zeigt das Stadtarchiv nun vom 24. bis 28. Mai 2017 in der Hospitalkapelle das Aufblühen der beiden Städte Niederlahnstein und Oberlahnstein in preußischer Zeit von der Annexion 1866 bis zum Vorabend des Ersten Weltkriegs.

Eisenbahn- und Hafenausbau sowie die Industrialisierung sorgten auf beiden Seiten der Lahn für ein enormes Bevölkerungswachstum. In Niederlahnstein stieg die Einwohnerzahl um das Doppelte, in Oberlahnstein sogar um das Vierfache. Die Folgen waren eine rasche und großzügige Ausdehnung der Wohnbebauung, Schaffung neuer Gewerbe, Schulen und Krankenhäuser. Protestanten siedelten im ehemals rein katholischen Lahnstein und bauten sich mit finanzieller Unterstützung des Kaisers eine Kirche. Niederlahnstein erhielt ein Amtsgericht, einen neuen Bahnhof und 1885 die Stadtrechte.
Ober- und Niederlahnstein kamen durch die neue Kreisordnung für Hessen-Nassau zum Kreis St. Goarshausen, eine angedachte Zusammenlegung der beiden Lahnstädte wurde hingegen noch keine Realität. Immerhin waren sie seit 1873 durch eine Straßenbrücke fest verbunden. In Friedrichssegen florierte der Erzbergabbau. Preußens erste Zahnradbahn förderte die Erze aus den Stollen an die Lahn. Auch der Tourismus legte stark zu, kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurde die Ruppertsklamm entdeckt und begehbar gemacht. Viele Vereine entstanden und boten den Bewohnern ein weites Betätigungsfeld.

Beide Städte wurden zunächst mit Gas, ab 1912 mit Elektrizität versorgt. Auch die Kanalisation wurde ab 1890 ausgebaut. Bismarck sorgte reichsweit für ein einheitliches Maß-, Gewichts- und Münzsystem sowie für die Schaffung der Standesämter. Vieles erinnert heute noch an die königlich-preußische Zeit in Lahnstein.
Wie die Lahnsteiner zu ihrem preußischen König, der zugleich Deutscher Kaiser war, standen, vermittelt die reich bebilderte Ausstellung, die vom 24. bis 28. Mai 2017 täglich von 14 bis 18 Uhr (Sonntag ab 13 Uhr) in der Hospitalkapelle zu sehen ist.


Am Sonntag, den 28. Mai, ist auch das Stadtmauerhäuschen in der Hintermauergasse geöffnet. Dort wird als besondere Aktion des Förderkreises „Kaisers Geburtstag gefeiert“.