14. Februar 2017 Kategorie: Pressemitteilungen

Buch über Oberlahnsteiner Grenzsteine vorgestellt

120 historische Grenzsteine dokumentiert

Bild 1: Rainer Ansel stellt Oberbürgermeister Peter Labonte sein Buch vor.

Bild 2: Oberbürgermeister Peter Labonte und Rainer Ansel beim Grenzstein „Grauer Stein“. (Fotos: Stadtverwaltung Lahnstein).

Lahnstein. Seit zwölf Jahren befasst sich Rainer Ansel aus Becheln mit Grenzsteinen. Dabei hat er insbesondere die ehemalige kurmainzische Grenze von Oberlahnstein im Blick. Ausgelöst wurde das Interesse an den steinernen Zeugen der früheren Kleinstaaterei durch die Vorbereitung einer Grenzbegehung auf der Bechelner Gemarkungsgrenze. Sie fand im Jahr 2005 als ein Projekt im Rahmen des 750-jährigen Ortsjubiläums von Becheln statt, wo Ansel Ortsbürgermeister war.

Becheln grenzt zu drei Viertel an Lahnstein an. Bei der Erkundung des Grenzverlaufs mit dem Förster entdeckte man in dem topografisch schwierigen Waldgelände eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Grenzsteinen, die im 15. bis zum 18. Jahrhundert gesetzt wurden. Immer wieder ging Ansel auf Grenzsteinsuche mit Karte, Lageplänen, Bürste, Zollstock und Fotoapparat. Nachdem die Bechelner Grenze weitgehend dokumentiert war, erstreckte sich sein Interesse auf die anderen Nachbarn vom ehemaligen Oberlahnstein. Zuerst Frücht und Sulzbach, dann Dausenau und Braubach. Auch die Grenzen von Schweighausen und der Dörstheck, von Dachsenhausen, Miellen und Bad Ems wurden unter die Lupe genommen. Insgesamt wurde die fast 50 Kilometer lange Grenze mehrmals abgelaufen und verschiedene Bereiche immer mit der Erwartung noch einen unbekannten Grenzstein zu finden, intensiv untersucht. Alte Waldbesitzkarten waren hierbei eine große Hilfe. Insgesamt hat Ansel auf der Oberlahnsteiner Grenze 120 historische Grenzsteine dokumentiert, von denen 44 nicht mehr an ihrem ursprünglichen Platz zu finden sind. Die auf der Grenze noch zu findenden 76 Steine sind nach seiner Schätzung  nur noch weniger als ein Viertel der ursprünglich vorhandenen. In den letzten zehn Jahren sind fünf Exemplare gestohlen worden. Auf der Grenze findet man auch Exemplare von Steinen, die es wahrscheinlich woanders nicht gibt, z. B. den „Kreutzstein“ (in Winkelform) oder der „Halbe Mond“ (in Halbkreisform).

Der Hobbygrenzsteinforscher hat nicht nur alle Steine fotografiert, sondern auch die Maße, die Nummerierung und den Standort festgehalten. Damit ist es ihm meist möglich, entfernte Grenzsteine wieder ihrem Standort zuzuordnen.
Das Wesentliche seiner umfangreichen Dokumentation hat Ansel nun in einem Buch zusammengefasst, das er Oberbürgermeister Peter Labonte vorgestellt hat. Dabei bedankte er sich für die Unterstützung durch die Stadt Lahnstein, insbesondere durch das Stadtarchiv und dessen Leiter, Bernd Geil. Das Buch enthält neben der Beschreibung aller Grenzsteine auch allerlei Wissenswertes über das Thema. Die politischen Zugehörigkeiten der Grenznachbarn sind ebenso beschrieben wie Grenzbegehungen und besondere Steine und ihre eigene Geschichte. Ein Steckbrief listet die gestohlenen Steine auf und berichtet über Grenzsteinzeugen und die frühere Ahndung von Grenzsteinfrevlern.

Das Buch wird in zwei Versionen erstellt. Eine Ausgabe mit Angabe der genauen Standorte der Grenzsteine mit Koordinaten und Einzeichnungen auf Karten für die Archive und Fachbehörden. Die andere gedruckte Ausgabe enthält keine Hinweise auf die Standorte der Grenzsteine und ist für die Öffentlichkeit bestimmt.

Rainer Ansel tritt dafür ein, alle historischen Grenzsteine unter Denkmalschutz zu stellen, was bisher nur in Einzelfällen geschehen ist. Er schlägt vor, die gesamte Oberlahnsteiner Grenze als Denkmalschutzzone auszuweisen. Im Laufe der Zeit hat Ansel auch viele Grenzsteine in der näheren Heimat dokumentiert, über die er ein weiteres Buch erstellen könnte.