29. September 2016 Kategorie: Pressemitteilungen

Aktionsbündnis finanzschwacher Kommunen zündet Stufe drei

Einsatz für gleichwertige Lebensbedingungen

Bildquelle: privat

Lahnstein. Was für die Stadt Lahnstein allein unvorstellbar ist, hat sie nun am vergangenen Freitag in Berlin zusammen mit 68 anderen finanzschwachen Kommunen aus dem Bundesgebiet mit mehr als neun Millionen Einwohnern wirklich erreicht: dem Aktionsbündnis "Für die Würde unserer Städte", dessen Mitglied auch Lahnstein ist, versprachen hochrangige Politiker von Bund und Ländern mehr Unterstützung. Wie genau diese weitere Hilfe zur Selbsthilfe aussehen wird, soll unter Beteiligung der Kommunalen Spitzenverbände verhandelt werden.

Nach Redebeiträgen von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (NRW) und Ministerpräsident Bodo Ramelow (Thüringen), wurden die Forderungen und Vorschläge des Aktionsbündnisses durch den Bundesrat in die entsprechenden Ausschüsse verwiesen. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft spricht in Berlin von einem „Teufelskreis für die armen Kommunen“.

Um diese politischen Zusagen hatte das Bündnis von Oberbürgermeistern, Bürgermeistern, Landräten und Finanzdezernenten gegen viele Widerstände in Politik und Bürokratie gekämpft.

Oberbürgermeister Peter Labonte sieht das auf Zeit geschlossene Aktionsbündnis allerdings noch nicht am Ziel: "Das ist erst einmal der Fuß in der Tür. Wir werden dranbleiben, die Verhandlungen mit Daten und Fakten vor Ort begleiten und weiterhin konkrete Vorschläge machen, ausdrücklich auch zu weiteren kommunalen Eigenanstrengungen. Auf die Bildung eines Altschuldenfonds zur Wiederherstellung kommunaler Gestaltungsfähigkeit müssen sich Bund und Länder verständigen. Schließlich ist der weitaus größte Teil der kommunalen Schuldenberge nicht selbstverschuldet, sondern die Folge von nicht ausreichend gegenfinanzierten Gesetzen zu Lasten der Kommunen."

Das Aktionsbündnis hatte es dank der Unterstützung der Länderregierungen von Nordrhein-Westfalen und Bremen erreicht, dass der Bundesrat - wie der Deutsche Bundestag ein Jahr zuvor - die vom Grundgesetz postulierte und vielerorts nicht mehr gegebene Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in den Kommunen auf die Tagesordnung seiner Septembersitzung setzte. Das hatten die Kommunalparlamente der Aktionskommunen in überall einstimmig beschlossenen Resolutionen an Bundesratspräsident Ministerpräsident Stanislaw Tillich gefordert.

Aus Anlass der Bundesratssitzung, die viele Stadtchefs und Kämmerer als Zuhörer verfolgten, veranstaltete das Aktionsbündnis anschließend in den Räumen des Deutschen Städtetages eine Kommunalkonferenz. Höchstrangigster Redner war Kanzleramtschef Bundesminister Peter Altmaier. „Als Bundestagsabgeordneter aus dem Saarland hängt mein Herz an den strukturschwachen Kommunen“, bekannte dieser. Er lud das Aktionsbündnis zu weitergehenden Gesprächen in das Kanzleramt ein. Seiner Rede folgte eine Podiumsdiskussion. Ergebnis: alle Bundestagsfraktionen wollen den finanzschwachen Kommunen helfen.