24. Mai 2016 Kategorie: Pressemitteilungen

Ausstellung im Stadtarchiv Lahnstein zeigt herzoglich-nassauischen Jahre


Das Foto ist eine zeitgenössische Zeichnung von Herzog Adolph anlässlich seiner Abdankung (Slg. Stadtarchiv).

Lahnstein. 63 „nassauische“ Jahre, vom Reichsdeputationshauptschluss 1803 bis zur Annexion durch Preußen 1866, sind Thema einer Ausstellung, die das Stadtarchiv Lahnstein vom 25. bis 29. Mai in der Hospitalkapelle zeigt.

1804 huldigten die Lahnsteiner ihrem neuen Herzog Friedrich August im Martinsschloss, 1809 kämpften sie für ihn in Spanien, 1814 in Waterloo. Zwei Oberlahnsteiner Soldaten fielen - ihre Namen wurden auf einem Obelisk auf dem Wiesbadener Luisenplatz eingraviert. 1815 machte der Wiener Kongress aus der Gemarkungsgrenze Niederlahnstein - Horchheim eine Staatsgrenze. Bald wurde hier eine Hoheitssäule aus Lahnmarmor errichtet. Es folgten eine längere Friedenszeit, Revolution und reaktionäre Wende. Zugesagte Versprechungen wurden widerrufen, Reformen zurückgenommen. Ende der 1850er Jahre dann der wirtschaftliche Aufschwung – die Eisenbahn veränderte Lahnsteins Gesicht entscheidend. Erstmals verband eine feste (Eisenbahn-)Brücke die beiden Städte. Der Hafenbau wurde begonnen. Mit dem wirtschaftlichen  Aufblühen wuchsen auch die Einwohnerzahlen rasant. Dann wieder Krieg - Das Herzogtum Nassau als Mitglied im Deutschen Bund, trat auf der Seite Österreichs in den Krieg gegen Preußen ein und verlor. Die Nassauer kämpften am Main, während die Österreicher bei Königgrätz eine große Niederlage gegen die waffentechnisch besser ausgestatteten Preußen erlitten. Herzog Adolph, dem die Lahnsteiner drei Jahre zuvor noch ihre Hauptstraße gewidmet haben, musste abdanken, das Herzogtum ging als hessisch-nassauische Provinz in Preußen auf.
Große Weltpolitik spiegelt sich in den Lahnsteiner Archivalien und Zeitungen wieder, die teils im Original ausgestellt sind. Das Stadtarchiv dankt allen Mitbürgern, die die Ausstellung durch Leihgaben wie Orden, postalische Belege, Bilder und Fahnen unterstützen.

Die Ausstellung ist von Mittwoch, 25. Mai, bis Sonntag, 29. Mai, täglich von 14.00 bis 18.00 Uhr in der Hospitalkapelle St. Jakobus, Hochstraße, Ecke Rödergasse, zu sehen. Stadtarchivar Bernd Geil führt am Mittwoch stündlich durch die Ausstellung. Der Eintritt ist frei.