26. Februar 2016 Kategorie: Pressemitteilungen

Historische Festumzüge in Lahnstein


Festwagen als „Erdbeerkörbchen“ im Jahr 1951 in Niederlahnstein. (Foto: Slg. Stadtarchiv Lahnstein)

Lahnstein. Anlässlich des bundesweiten „Tags der Archive“, der in diesem Jahr das Motto „Mobilität im Wandel“ trägt, erinnert das Stadtarchiv an vergangene Festumzüge in Ober- und Niederlahnstein. Neben den heute alljährlich stattfindenden Fastnachts- und Kirmesumzügen,  immerhin fünf im Jahr, bieten vor allem Stadtjubiläen Anlass für Festumzüge.

1925 feierte die Stadt Oberlahnstein mit einem Jahr Verspätung „600 Jahre Stadtrechte“. Das Fest wurde an Pfingsten vier Tage groß gefeiert, woran heute neben den städtischen Akten und Zeitungen im Stadtarchiv zahlreiche Fotografien erinnern. Höhepunkt war damals der historische Festzug und das Nachspielen der Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1324 durch Kaiser Ludwig auf dem Marktplatz (heutiger Salhofplatz). Rund 1.000 Mitwirkende zogen in sieben Gruppen durch die Stadt und stellten die Stadtsoldaten, die Bürgerschaft, die Zünfte (Schmiede, Schlosser, Metzger, Bäcker, Schuster, Schneider und Schreiner), die Ortsverwaltung mit Ortsschultheiß, Ratsherren und Ratsschreiber, die Lahnsteiner Grafen und Ritter, den Erzbischof und Kurfürst von Mainz mit seinem Gefolge sowie Kaiser Ludwig mit seinem Tross dar. Zum Gefolge des Erzbischofs, der auf einer Sänfte getragen wurde, zählten neben den Chorknaben die Fahnenträger, Edle, Kreuzträger mit Kreuz, Johanniter und Tempelritter. Der „Kaiser“ war ebenfalls in Begleitung von Kindern, Knappen, Rittern, den Herolden mit der kaiserlichen Standarte, Fußsoldaten und seinem Kanzler dabei. Die Wagen wurden noch von Pferden und Ochsen gezogen.

In Niederlahnstein verzichtete man 1932 auf eine Jubiläumsfeier (Stadtrechte erhielt man erstmals 1332). Vielmehr besann man sich auf seinen Ruf als „größtes Erdbeeranbaugebiet in Westdeutschland“.  Man entschloss sich 1934 ein Erdbeerfest mit Königin und Festumzug zu feiern. Wegen des großen Erfolgs wurde das Erdbeerfest auch in den Folgejahren als großes Volksfest wiederholt. Der Zweite Weltkrieg und die Nachkriegsnöte sorgten für eine zehnjährige Pause. 1949 entschloss man sich zur Wiederaufnahme, ab 1950 bis 1962 wieder mit Festzug und Erdbeerkönigin, der letzte allerdings als Schiffskorso auf der Lahn.

In Oberlahnstein feierte man ab 1965 alljährlich ein Heimatfest am Hexenturm. Ausrichter war der Verkehrsverein Oberlahnstein, später der Kur- und Verkehrsverein. Neben den Festivitäten auf dem Salhofplatz gab es auch einen Festzug. Der war 1974 besonders schön, als die Stadt Lahnstein, fünf Jahre nach dem Zusammenschluss von Nieder- und Oberlahnstein, „650 Jahre Stadtrechte“ feierte. Wieder war die „ganze Stadt“ auf den Beinen bzw. auf dem Rücken der Pferde. Der Festumzug zum Heimatfest 1979 stand unter dem Motto „10 Jahre Lahnstein“. Erstmals marschierte die damals neugegründete Lahnsteiner Rittergilde sowie mit ihr befreundete Garden mit. Zum 20-jährigen Bestehen der Stadt trafen sich Heinze und Baare symbolisch auf der Lahnbrücke und fünf Jahre später wurde das silberne Stadtjubiläum erneut mit großem Umzug gefeiert. Alljährlich beteiligen sich die Repräsentantinnen vom gesamten Mittelrhein im offenen Autokorso. Das letzte große Stadtfest fand 1999 statt und erinnerte an „675 Jahre Stadtrechte“. Heimatfeste wurden bis 2002 gefeiert. In den 1990er Jahren wurde anlässlich der Lehner Kirmes auch insgesamt neunmal ein Radrennen veranstaltet, die internationale Schlauchbootregatta gibt es bereits seit 42 Jahren.
In den letzten Jahren haben sich die Umzüge auf Karneval (Kinderumzug, Rosenmontagsumzug und Kappenfahrt) und Kirmes (Nieder- und Oberlahnstein) beschränkt, aber gefeiert wird das ganze Jahr. Die schönsten Bilder von den Umzügen zu den Stadtjubiläen sind zum „Tag der Archive“ am 5. und 6. März von 14.00 bis 18.00 Uhr im Stadtarchiv Lahnstein, Kaiserplatz 1, zu sehen.