16. Februar 2016 Kategorie: Pressemitteilungen

Das Lahnsteiner Hallenbad eröffnete vor 40 Jahren


Foto: Slg. Stadtarchiv Lahnstein

Lahnstein. Die Bemühungen zum Bau eines Hallenbades in Lahnstein liegen schon viele Jahre vor der Eröffnung 1976 zurück. Bereits 1965 wurden durch die ehemalige Stadt Niederlahnstein im Rahmen der Planung zur Errichtung einer Realschule erste Entwürfe zum Bau einer Schwimmhalle erstellt. Dieses Projekt gelangte jedoch nicht zur Ausführung. Nach dem Zusammenschluss von Ober- und Niederlahnstein im Juni 1969 erhielten die Pläne neuen Auftrieb. Zwischenzeitlich war man zur Auffassung gelangt, den Neubau des Hallenbades nicht für sich allein, sondern in Zusammenarbeit mit dem Bau eines Sport-, Schul- und Freizeitzentrums in Niederlahnstein zu errichten. Für Oberlahnstein waren damals die Kurthermen im Bau, die 1973 auf der Lahnhöhe eröffnet wurden.

Aufgrund eines städtebaulichen Wettbewerbs zur Planung des Sportzentrums 1970 wurde im März 1971 der Planungsauftrag für den Bau eines Hallenbads an das Architektenbüro Voss in Koblenz erteilt. Das Raumprogramm war ausgelegt für einen Einzugsbereich von 55.000 Personen und 200 Schulklassen. Nach Abschluss der umfangreichen Planungsarbeiten und der Bewilligung von Landes- und Kreiszuschüssen wurde im April 1973 der Grundstein zum Hallenbad gelegt und im Mai 1974 das Richtfest gefeiert. Nach dreijähriger Bauzeit konnte das neue Hallenbad am 14.02.1976 eröffnet werden.

Es beinhaltet ein Schwimmerbecken, 12,50 x 25,00 m groß, mit Sprunganlagen, 1 m und 3 m Sprungbrett und 5 m Sprungplattform, ein Lehrschwimmbecken sowie ein Kinderplanschbecken. Vier Sammelumkleiden, 36 Wechselkabinen und 364 Garderobenschränke stehen den Besuchern zur Verfügung, sowie eine Cafeteria mit Freiterrasse. Das Untergeschoss liegt in einer druckwasserdichten Wanne, um das gesamte Bauwerk vor Auftrieb bei Hochwasser zu schützen.

Im Beisein von Staatsminister Heiner Geißler, Staatssekretär Willibald Hilf, dem damaligen Landtagsabgeordneten und heutigen Ehrenbürger Rudi Geil sowie Landrat Krämer wies Oberbürgermeister Rolf Weiler auf seinen Wunsch hin, das neue Bad möge „die Familie in der Freizeit zusammenführen“ und „zu einem echten Mittelpunkt eines sportlichen Geschehens in ihrer Heimatstadt Lahnstein machen.“ Die Glückwünsche der Landesregierung überbrachte Staatsminister Heiner Geißler. „Das Bad ist eines der schönsten und zweckmäßigsten Hallenbäder in Rheinland-Pfalz“. Es gab damals insgesamt 77 Bäder und 197 Freibäder im Land.
Für fast 9 Millionen DM und „nach den Gesichtspunkten größtmöglicher Wirtschaftlichkeit hinsichtlich der späteren Betriebskosten“ (Zitat Stadtbaumeister Paul Herbst) war ein solides Bad entstanden.
Nach den Festreden kämpften die Mannschaften der Lahnsteiner Schulen in verschiedenen „Lagen“ um den Sieg in der neuen Halle. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch den Kinderchor Friedrichssegen und die Musikkapelle des Johannesgymnasiums. Anschließend zogen auch die Herren des Stadtrates und der Stadtverwaltung sowie OB Weiler ihre Bahnen im kühlen Nass. Dann wurde der Badebetrieb freigegeben und die Lahnsteiner genossen ihr neues Bad bei drei Tage freiem Eintritt.

Seit der Eröffnung sind nun 40 Jahre vergangen. In den Jahren 2003 bis 2007 wurden in vier Modernisierungsphasen die alten Kabinen und Umkleideschränke ersetzt. Alle Garderobenschränke, 14 Wechselkabinen, zwei Familienumkleiden, zwei Behindertenumkleiden, vier Sitzbänke und ein Klappwickeltisch wurden erneuert sowie neue Bodenfliesen verlegt. Zusätzlich erhielt der gesamte Umkleidebereich ein modernes, funktionsgerechtes Outfit. Die Sanierungsmaßnahmen wurden mit der Inbetriebnahme einer Holzhackschnitzelheizung im Jahr 2007 abgeschlossen.

Das Lahnsteiner Hallenbad wird jährlich von rund 60.000 Schwimmern besucht, darunter von vielen Schulklassen und Vereinen. Es ist - außer während der Freibadsaison -  täglich geöffnet, montags allerdings nur von Schulen und Vereinen.
Anlässlich des 40-jährigen Bestehens werden im Herbst 2016 verschiedene Jubiläumsaktionen stattfinden.