25. Januar 2016 Kategorie: Pressemitteilungen

Herausforderung Integration - Problemfelder klar im Blick

Treffen mit Innenminister Roger Lewentz, Oberbürgermeister Peter Labonte und Vertretern des Runden Tischs Lahnstein

Von links nach rechts: Die Vertreter des Runden Tisch Dr. Heribert Wiedenhues, Michael Kummer, Dr. Elisabeth Appel-Kummer, Bärbel Scheele;

Rund 250 Flüchtlinge wohnen derzeit in Lahnstein. Bis Ende 2016 wird mit 400 weiteren Menschen gerechnet, die hier im Ort Zuflucht suchen. "Die Flüchtlinge erfolgreich zu integrieren stellt eine große Herausforderung dar, bei der die ehrenamtliche Initiative 'Runder Tisch' hier in Lahnstein herausragende Leistungen erbringt", lobt Peter Labonte das Engagement der ca. 80 freiwilligen Helferinnen und Helfer rund um das Ehepaar Dr. Elisabeth Appel-Kummer und Michael Kummer sowie der Beauftragten für Migration und Integration Dagmar Schusterbauer und der Beigeordneten Beatrice Schnapke-Schmidt.

Die Initiative "Runder Tisch für Flüchtlinge" wurde Anfang 2015  gegründet und gliedert sich in sechs verschiedene Arbeitsgruppen. Diese bearbeiten unterschiedliche Schwerpunkte, darunter u. a. Ankommensbegleitung, Sprache, Leben & Geselligkeit, Lebenslauf & Bewerbung. "Wir sind eng mit allen betroffenen Einrichtungen und Ämtern vernetzt, denen Flüchtlinge in ihrer Anfangszeit begegnen", so Dr. Elisabeth Appel-Kummer, die die Arbeit der Ehrenamtlichen koordiniert. Beim Termin mit Innenminister Lewentz machten die Vertreter des Runden Tischs deutlich, dass ihre Arbeit dabei jedoch weit über das übliche ehrenamtliche Engagement hinausgeht. Neben der Erarbeitung eines strukturierten professionellen Masterplans zur adäquaten Integration eines jeden Flüchtlings, wurden daher auch die Probleme diskutiert, die sich nach einem knappen Jahr Integrationsarbeit herauskristallisieren.

"Wir sehen uns mit vielen verschiedenen Problemfeldern konfrontiert", so Michael Kummer. "Es kommen immer mehr Flüchtlinge, die Anzahl der Ehrenamtlichen ist aber begrenzt und hauptamtlich gibt es wenig Kapazitäten, die Integration der Menschen zu begleiten. Eigentlich müssten mehrere Freiwillige rund um die Uhr verfügbar sein, um bei Behördengängen, Arztbesuchen etc. zu begleiten - einmal um unser 'deutsches Verständnis' der Dinge zu erklären und dann um bei der Sprache zu helfen." Dr. Elisabeth Appel-Kummer ergänzt: "Zusätzlich erleben wir, dass die Menschen mit einem völlig falschen Bild von Deutschland hier ankommen. Die meisten gehen nämlich davon aus, dass sie hier – neben einer voll ausgestatteten Wohnung – auch schnell einer Arbeit nachgehen können; das ist leider nicht der Fall, da viele keine ausreichende Qualifizierung mitbringen, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können. Und die große Gruppe der 18-30-Jährigen, die immerhin fast 60 % der Flüchtlinge in Lahnstein ausmacht, ist dann sehr schnell unausgelastet, wenn auch der vorgesehene Deutschunterricht nicht den ganzen Tag ausfüllt oder nach 3 Monaten plötzlich zu Ende ist. Wir Ehrenamtlichen brauchen hier dringend die Unterstützung von Behörden und staatlichen Strukturen, um zielgruppenadäquaten Angebote aufzubauen und fortdauernde Konzepte zu entwickeln, die wiederum die Integration fördern." Zwar konnte Roger Lewentz keine explizite Unterstützung garantieren, dennoch war der Innenminister vom Engagement und der hohen Kompetenz der Ehrenamtlichen mehr als angetan, sodass er um kontinuierliche Information zum aktuellen Arbeitsstand in Lahnstein bat. Sollte es Möglichkeiten zu projektbezogener Unterstützung geben, werde er diese gerne in die Wege leiten.