28. Dezember 2015 Kategorie: Pressemitteilungen

Johann Müller wurde Opfer der NS

Das Stadtarchiv Lahnstein erinnert an seine Geschichte

In würdigem Gedenken an Johann Müller erfolgte die Verlegung des Stolpersteins in der Mittelstraße (Foto: Bernd Geil/Stadt Lahnstein).

Lahnstein. Das Stadtarchiv Lahnstein hat es sich im Zusammenhang mit der Verlegung der Stolpersteine zur Aufgabe gemacht die Geschichten der Lahnsteiner NS-Opfer zu recherchieren und bekannt  zu machen.
Heute erzählt es von Johann Müller, der zuletzt in der Mittelstraße wohnte. Seit dem 20. Oktober 2015 erinnert dort ein Stolperstein vor dem Haus Nummer 85 an ihn.

Der Lahnsteiner wurde ein Opfer der Euthanasie unter den Nationalsozialisten.
Johann Müller wurde am 11.10.1890 in Elz, Kreis Limburg, als Sohn des Maurers Johann Müller und seiner Frau Barbara, ebenfalls geb. Müller, geboren. Ab 1892 wohnte er mit seinen Eltern im Haus Friesing in der Wilhelmstraße.
Am 06.12.1919 heiratete „Hilfsfeuermann“ Johann Müller Anna Willmroth. Das Ehepaar wohnte Mittelstraße 69 (heutige Hausnummer 85). Aus der Ehe ging eine Tochter hervor. Anna Müller starb am 17.05.1921 im Kindbett. Auf der Meldekarte des Witwers war als Beruf „Lokheizer“ eingetragen.

Am 06.09.1929 wurde er in die Heilanstalt Eichberg eingewiesen und von dort am 19.02.1941 nach Hadamar verlegt und gleich am Aufnahmetag im Rahmen der T4-Aktion vergast. Am 03.03.1941 kam die Meldung aus Hadamar-Mönchberg, dass er verstorben sei.

Die Inschrift des Stolpersteins lautet:

HIER WOHNTE
JOHANN MÜLLER
JG. 1890
EINGEWIESEN 1929
HEILANSTALT EICHBERG
„VERLEGT“ 19.2.1941
HADAMAR
ERMORDET 19.2.1941
AKTION T4