29. September 2015 Kategorie: Pressemitteilungen

Schwarzwildbestand auf Rekordhoch

Was tun, wenn die Wildschweine bis ins Wohngebiet kommen?

(v.l.n.r.) Bürgermeister Adalbert Dornbusch, Beigeordneter Sebastian Seifert, Klemens Breitenbach (Stadtratsmitglied und betroffener Anwohner) und Dr. Kurp (betroffener Anwohner), trafen sich mit Jagdpächter Paul Hümann, Silke Weyer (Revierförsterin) und Hans-Leo Cremer, Leiter des Forstamtes Lahnstein, um über die zunehmende Schwarzwildproblematik zu sprechen und konkrete Hilfestellungen für die Bevölkerung zu erarbeiten. (Foto: Michael Hohn/Stadt Lahnstein)

Lahnstein. Nicht nur in Lahnstein häufen sich die Beschwerden, dass Wildschweine Garten- und Parkanlagen verwüsten. Dies ist ein Problem, das bundesweit - sogar in Berlin - auftritt und überall sehr kontrovers diskutiert wird.
Besonders betroffen sind Garten- und Parkanlagen, die an ausgedehnte Wälder angrenzen, wie beispielsweise auch die Baugebiete in den Höhenbereichen von Lahnstein.

Garten- und Parkanlagen gehören jagdrechtlich zu „befriedeten Bezirken“. Das heißt, dass dort die Jagd nur mit Ausnahmegenehmigung der Jagdbehörden ausgeübt werden darf. Schwarzwild, das hier auftritt, hat also erst einmal „Ruhe“.
Schäden, die durch Wild entstehen, in diesen Anlagen nicht durch den Eigentümer des Jagdrechtes, die Jagdgenossenschaft oder den Jagdpächter ersetzt. Für die Wildschadensverhütung oder Wildschadensbeseitigung ist vielmehr der jeweilige  Grundstückseigentümer oder Grundstückspächter selbst verantwortlich.

Garten- und Parkanlagen kann man mit schwarzwildsicheren Zäunen sichern. Wer also Wildschweine in seinem Garten absolut nicht will, sollte sein Grundstück mit einem solchen Zaun sichern. Sonst hilft aber auch ein regelmäßig ausgebrachtes zugelassenes Vergrämungsmittel.

Nicht abgesperrte Garten- und Parkanlagen sind für Wildschweine optimale Lebensräume. Sie dürfen dort, ohne Ausnahmegenehmigung, nicht bejagt werden; an Menschen und Hunde gewöhnen sich die Tiere schnell.
Außerdem gibt es in diesen gepflegten Bereichen jede Menge Nahrung in Komposthaufen, Wiesen und bewirtschafteten Gartenflächen. Während langer Trockenphasen wird in Gärten gewässert, was den Tieren ebenfalls gut gefällt, da Engerlinge, Larven und Würmer an der Oberfläche bleiben und somit leicht für den Wildschweinrüssel erreichbar sind. Häufig gibt es auch „Leckeres vom Bäcker“, da „Gutmeinende“ Brot- und Kuchenreste auslegen. Dabei ist das Füttern von Wild aus vielen Gründen ausdrücklich verboten.
Auch sollten keine Essensreste auf dem Komposthaufen entsorgt werden, um das Nahrungsangebot nicht noch zusätzlich zu erweitern.

Das geschilderte  „Schwarzwildproblem“ bleibt in den nächsten Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit erhalten, denn die Wildschweine haben sich in den vergangenen Jahren aufgrund der milden und nahrungsreichen Winter ausgesprochen stark vermehrt. Wildschweine „investieren“ Nahrung sofort in noch mehr Frischlinge. Dies zeigen auch die Erlegungszahlen, die im Rhein-Lahn-Kreis fast 6000 Wildschweine je Jahr erreichen. War es vor 30 Jahren noch eine große Seltenheit, Wildschweine erlegen zu können, so gibt es heute zu viele Schwarzkittel. Diese drängen dann auch in Gärten, Parkanlagen und Wohngebiete.

Die Stadt Lahnstein bietet für die Betroffenen eine Informationsstelle (Telefon: Telefon: 02621 914-154
b.schneider(at)lahnstein.de). Von dort wird dann alles Weitere veranlasst.